Anleitung für Stencil Graffiti

Anleitung für Stencil Graffiti

Graffiti und Street-Art gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Eine dieser Formen nennt sich Stencil. Stencil ist der englische Begriff für Schablone und hinter einem Stencil verbirgt sich nichts anderes als ein Graffito, das mithilfe von einer oder mehreren Schablonen angefertigt wurde.

Dabei steht die Bezeichnung Stencil sowohl für das fertige Bild als auch für die verwendete Schablone. Im Deutschen wird deshalb mitunter auch von der Schablonenkunst gesprochen, eher selten wird der französische Name Pochoir benutzt. Als einer der großen Pioniere dieser Form von Street-Art gilt der Künstler Blek le Rat. Später entdeckten auch Graffiti-Größen wie Banksy, Evol, Bonk oder John Fekner die Technik für sich.

Der wesentliche Unterschied zwischen herkömmlichen Graffiti und Stencils besteht also darin, dass bei Stencils mit Schablonen gearbeitet wird. In einer einfachen Form wird das Motiv dabei mit nur einer einzigen Schablone gestaltet. Aufwändigere Motive entstehen mithilfe von mehreren Schablonen, die nacheinander angelegt werden.

In aller Regel wird dann für jede Farbe eine eigene Schablone verwendet. Das Grundprinzip bleibt jedoch immer gleich.

 

Und wie ein Graffito mit Schablone entsteht,
erklärt die folgende Anleitung:

 

Die Materialien für Stencil Graffiti

  • Vorlage für das Motiv, beispielsweise ein Foto
  • Folie, Fotokarton oder Pappe für die Schablone
  • Teppichmesser oder Skalpell
  • Kreppband oder Sprühkleber
  • Sprühfarbe

 

Eine Anleitung für Stencil Graffiti

  1. Schritt: die Motivvorlage bearbeiten

Damit die Vorlage zu einer Schablone verarbeitet werden kann, wird es in den meisten Fällen notwendig sein, sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm in die richtige Form zu bringen. Handelt es sich bei der Vorlage beispielsweise um ein Foto, wird das Bild dafür mit einer Fotobearbeitungssoftware oder einem Grafikprogramm geöffnet.

Anschließend wird das farbige Foto in ein Bild aus Graustufen umgewandelt. Im nächsten Schritt werden dann der Kontrast und die Helligkeit eingestellt. Hierbei muss etwas experimentiert werden, bis das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht. Am Ende sollte jedenfalls ein eher schlichtes Schwarz-Weiß-Bild mit übersichtlichen Flächen, nachvollziehbaren Konturen und nicht allzu vielen winzigen Details herauskommen.

Die Flächen, die auf dem Bild schwarz eingefärbt sind, werden später herausgeschnitten und das Graffito auf der Wand ergeben. Die weißen Flächen hingegen bleiben stehen. Nun kann es aber sein, dass das Motiv Inseln enthält. Inseln sind Teile des Motivs, die als weiße Flächen komplett von anderen, schwarzen Flächen umschlossen sind. Beim Ausschneiden dieser schwarzen Flächen würden die Inseln herausfallen.

Da dies aber verhindert werden soll, müssen Stege eingezeichnet werden. Diese Stege verbinden die Inseln mit solchen Teilen des Motivs, die stehenbleiben. Dabei reichen im Prinzip ein oder zwei Stege pro Insel aus. Da die Stege aber für die typische Stencil-Graffiti-Optik sorgen, dürfen ruhig ein paar Stege mehr eingezeichnet werden als eigentlich notwendig.

Damit die Sache mit den Stegen etwas anschaulicher wird, hier eine kleine Grafik mit dem Buchstaben O als Beispiel:

[Grafik Stencil]

Stencil

 

  1. Schritt: die Schablone anfertigen

Ist die Vorlage fertig bearbeitet, kann sie ausgedruckt werden. Wird das Bild größer, kann die Vorlage dabei auf mehrere Abschnitte aufgeteilt, ganz normal auf Kopierpapier im Format DIN A4 ausgedruckt und dann auf der eigentlichen Schablone wieder zusammengesetzt werden. Als Material für die Schablone eignet etwa 1 mm starke Folie am besten.

Eine solche Folie ist schön stabil, weicht durch die Farbe nicht auf und lässt sich gut reinigen. Dadurch kann die Schablone immer wieder zum Einsatz kommen. Wer keine Folie zur Hand hat, kann aber auch auf Fotokarton, stabile Pappe oder dickeres Papier zurückgreifen. Noch eine Möglichkeit ist, den Ausdruck zu laminieren und dann als Schablone zu verwenden.

Damit beim Zuschnitt nichts verrutscht, wird die Vorlage auf das Schablonenmaterial aufgelegt und mit Kreppband oder Sprühkleber fixiert. Anschließend werden alle schwarzen Flächen der Vorlage sorgfältig herausgeschnitten. Bei großen Flächen klappt das mit einem Teppichmesser sehr gut. Bei kleinen Flächen ist ein Skalpell das komfortablere Werkzeug.

 

  1. Schritt: das Graffito gestalten

Nachdem die Schablone fertig ist, kann das Graffito gestaltet werden. Dazu wird die Schablone an der gewünschten Stelle positioniert und mit Kreppband befestigt. Allerdings funktioniert die Technik nur auf recht glatten und ebenen Flächen, auf denen die Schablone satt auffliegt. Gewellte oder stark strukturierte Flächen eignen sich nicht.

Ist die Farbdose einmal gut durchgeschüttelt, wird die Farbe mit schnellen, kurzen Sprühstößen über die ausgeschnittenen Flächen in der Schablone gesprüht. Wichtig ist aber, wirklich nur mit kurzen, schnellen Farbstößen zu arbeiten.

Würde der Sprühknopf nur einmal heruntergedrückt und die Farbe dann in einem langen Strahl solange aufgesprüht werden, bis alle Innenflächen eingefärbt sind, würde die Farbe unter die Schablone laufen und das Ergebnis wäre eine unschöne Schmiererei. Zum Schluss muss die Schablone nur noch abgenommen werden und damit ist das Bild fertig.

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Veröffentlicht von

Bernius Maliki

Baujahr 1974, Name Bernius - schreibe ich hier zu diversen HipHop Themen, da ich selber in der Szene aufgewachsen bin, habe ich viel in den Bereichen Rap-Musik inklusive eigener Produktionen mitbekommen. Zudem war ich Mitglied in einer Graffiti Crew unter dem Tag ICE und habe Ende der 80er auch mehrere Jahre getanzt (Breakdance). Aktuell betreue ich meine Kinder im professionellen HipHop Tanz.

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