Anleitung und Infos zu Moos-Graffiti

Anleitung und Infos zu Moos-Graffiti

Die einen werten es als urbane Kunst, die anderen halten es für ärgerliche Schmiererei: Bei Graffiti scheiden sich die Geister. Werden Wände und andere Flächen ohne die vorherige Zustimmung des Besitzers besprüht, ist aber auf jeden Fall der Straftatbestand der Sachbeschädigung erfüllt.

Dies gilt unabhängig davon, wie gelungen oder unansehnlich das Ergebnis aussieht. Doch es geht auch anders. Statt zur giftigen Sprühfarbe zu greifen, gibt es mit den Moos-Graffiti nämlich eine umweltfreundliche Variante.

 

Was sich hinter Moos-Graffiti verbirgt und wie es funktioniert, erklärt der folgende Beitrag:

 

Infos zu Moos-Graffiti

Moos-Graffiti werden auch als Eco-, Green- oder Öko-Graffiti bezeichnet und sind eine Form vom sogenannten Guerilla Gardening. Das Guerilla Gardening verfolgt die Absicht, graue und triste Städte durch Pflanzen zu verschönern. Dazu werden beispielsweise Samenbomben verteilt oder brachliegende Flächen im öffentlichen Raum bepflanzt.

Nach einiger Zeit wachsen dann Gräser, Blumen und andere Pflanzen auf den Flächen. Durch Moos-Graffiti wiederum werden Wände verziert. Dabei ähneln die Moos-Graffiti vom Grundprinzip her herkömmlichen Graffiti, nur eben mit dem Unterschied, dass Moos-Graffiti aus Moosen bestehen.

Dass Graffiti aus Moosen gemalt werden können, liegt an der vegetativen Vermehrung. Diese ungeschlechtliche Form der Vermehrung ist in erster Linie bei Einzellern anzutreffen. Aus den einzelnen Moosteilchen bildet sich neues Moos, wobei die neue Generation exakt mit der vorhergehenden Generation übereinstimmt.

Eine Anpassung an die Lebensbedingungen findet nicht statt. Deshalb wird ein Moos-Graffito im Stadtgebiet nur dann wachsen und gedeihen, wenn dafür Moose verwendet werden, die in der Stadt heimisch sind. Waldmoose würden sich nicht entwickeln. Als Nährboden für die grüne Wandmalerei dient Buttermilch oder Joghurt mit etwas Zucker.

 

Die Materialien für Moos-Graffiti

  • 1 bis 2 handvoll Moos
  • 2 Tassen Buttermilch oder Naturjoghurt
  • ½ Teelöffel Zucker
  • etwas Wasser
  • Mixer oder Pürierstab
  • Gefäß
  • Pinsel

Eine Anleitung für Moos-Graffiti

 

  1. Schritt: das Moos sammeln

Die wichtigste Zutat für Moos-Graffiti ist natürlich Moos. Der erste Schritt besteht deshalb im Sammeln von Moos. Allerdings erfolgt dies nicht im Wald. Denn zum einen stehen viele Moossorten unter Naturschutz, so dass es gar nicht erlaubt ist, diese Moose abzuschneiden und mitzunehmen.

Zum anderen würde das Moos aus dem Wald in der Stadt gar nicht gedeihen. Für das Moos-Graffito wird stattdessen Moos aus der Stadt verwendet. Klassische Fundstellen sind beispielsweise schattige Hauswände, große Steine im Garten oder die Ritzen bei Bordsteinen und Kopfsteinpflaster.

 

  1. Schritt: die “Farbe” anrühren

Stehen alle Zutaten bereit, kann die Mixtur für das Moos-Graffito angerührt werden. Das geht so:

  • Zuerst wird das Moos unter fließendem Wasser abgewaschen. Nach dem Auswaschen sollte möglichst keine Erde mehr am Moos haften.
  • Das ausgewaschene, gerne noch nasse Moos wird dann zusammen mit der Buttermilch oder dem Joghurt und dem Zucker in den Mixer gegeben.
  • Nun werden die Zutaten solange püriert und gemixt, bis eine homogene Masse entstanden ist. Die Masse hat eine grün-braune Farbe und sollte ungefähr die Konsistenz von Wandfarbe haben. Sollte die Masse zu fest sein, wird sie mit etwas Wasser verdünnt. Ratsam ist aber, dass Wasser nur in kleinen Mengen dazuzugeben, damit die Masse nicht zu dünnflüssig wird. Sollte die Masse versehentlich doch zu dünn geraten sein, kann sie mit etwas mehr Moos oder auch Maissirup wieder angedickt werden.
  • Jetzt muss die Mixtur noch nur in ein Gefäß umgefüllt werden.

 

  1. Schritt: das Moos-Graffito gestalten

Nun gilt es, eine geeignete Wandfläche auszusuchen. Am besten gedeiht Moos auf schattigen und feuchten Flächen. Nordseiten sind deshalb ideal. Um das Moos-Graffito zu gestalten, wird die Mixtur mit dem Pinsel aufgetragen. Ob es ein Motiv oder ein Schriftzug wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Wer nicht frei Hand malen will, kann auch eine Schablone verwenden.

Schon kurze Zeit später wird das Moos anfangen, zu wachsen. Dadurch verwandelt sich der braune Auftrag in ein grünes Graffito aus Moos. Damit das Moos richtig gut gedeiht und in einer sattgrünen Farbe erstrahlt, braucht es aber Feuchtigkeit.

Sollte das Moos-Graffito am jeweiligen Standort durch die Witterung nicht genügend Feuchtigkeit abbekommen, sollte es deshalb regelmäßig mit Wasser besprüht werden.

 

Die Rechtslage bei Moos-Graffiti

Bei herkömmlichen Graffiti ist die Rechtslage klar. Wird eine fremde Fläche heimlich und ohne Erlaubnis mit einem Graffito versehen, liegt eine Sachbeschädigung vor. Der Sprayer muss mit Schadensersatzzahlungen, Sozialstunden oder schlimmstenfalls sogar einer Freiheitsstrafe rechnen, wenn er erwischt wird.

Schon ganz anders sieht die Rechtslage aber bei Reverse Graffiti aus. Reverse Graffiti sind Graffiti, bei denen die Motive dadurch entstehen, dass verschmutzte Flächen stellenweise gereinigt werden. Der Umgang mit Reverse Graffiti wird je nach Stadt und Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Durch die stellenweise Reinigung wird die Fläche aber nicht beschädigt.

Selbst wenn Reverse Graffiti verboten sind, können sie deshalb nicht als Sachbeschädigung und somit Straftat, sondern allenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Bei Moos-Graffiti ist die Rechtslage unklar.

Gerichtsurteile gibt es bislang nicht. Vermutlich wird es von der Auslegung im Einzelfall abhängen. Ob überhaupt und wenn ja, welche Strafe verhängt wird, wird sich also wahrscheinlich daran orientieren, ob das Moos als illegal aufgebrachte Farbe oder als natürliche und leicht zu beseitigende Erscheinung gewertet wird.

Mehr Anleitungen, Tipps, Vorlagen und Ratgeber:

Thema: Anleitung und Infos zu Moos-Graffiti

 

Veröffentlicht von

Bernius Maliki

Baujahr 1974, Name Bernius - schreibe ich hier zu diversen HipHop Themen, da ich selber in der Szene aufgewachsen bin, habe ich viel in den Bereichen Rap-Musik inklusive eigener Produktionen mitbekommen. Zudem war ich Mitglied in einer Graffiti Crew unter dem Tag ICE und habe Ende der 80er auch mehrere Jahre getanzt (Breakdance). Aktuell betreue ich meine Kinder im professionellen HipHop Tanz.

Kommentar verfassen