Breakdance als Beruf – möglich oder unrealistisch?

Breakdance als Beruf – möglich oder unrealistisch?

 

Breakdance gehört zum HipHop unbedingt dazu. Wer auf die Musik, den Style und das Lebensgefühl steht, will sich natürlich auch entsprechend bewegen können. Doch während sich viele damit begnügen, die wichtigsten Moves zu lernen, um auf der Tanzfläche eine halbwegs passable Figur zu machen, entwickelt sich der Breakdance bei anderen zur echten Leidenschaft.

Sie trainieren fleißig, bemühen sich um ihren eigenen Stil und messen sich bei Battles mit anderen. So mancher denkt sogar darüber nach, sein Hobby zum Beruf zu machen.

Aber ist es möglich, seinen Lebensunterhalt mit Breakdance zu verdienen? Wie stehen die Chancen für eine Karriere als Tänzer?

 

Breakdance als Beruf – möglich oder unrealistisch?

Die weltweite Breakdance-Gemeinde ist vergleichsweise groß. Und es gibt einige Tänzer und Crews, die zu den großen Stars gehören und die internationalen Bühnen erobert haben.

Wie sie Berühmtheit erlangt haben, ist unterschiedlich. Teilweise haben sie neue Schritte oder gleich ganze Tanzstile erfunden, teilweise haben sie innovative Tanzshows auf die Beine gestellt. Einige sind berühmt geworden, weil sie mehrfach die großen Battles gewonnen haben.

Andere haben sich durch Internetvideos einen Namen gemacht und wieder andere haben Aufmerksamkeit erregt, weil sie in Musikvideos mitgewirkt oder die Bühnenchoreographien für andere HipHop-Künstler ausgearbeitet haben. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie hart trainiert und über Jahre hinweg Präsenz gezeigt haben, wo immer es möglich war.

Grundsätzlich kann es funktionieren, den Breakdance zu seinem Beruf zu machen. Allein durch die Teilnahme an Battles wird es aber nicht möglich sein, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dies liegt daran, dass selbst bei den ganz großen Battles nur recht überschaubare Preisgelder winken. Bei kleineren, weniger bekannten Battles bewegen sich die Preisgelder für die Siegercrews bestenfalls im dreistelligen Bereich.

Selbst wenn eine Crew an jedem Wettbewerb teilnehmen und jeden Wettbewerb als Sieger beenden würde, würden die Siegprämien nicht zum Leben reichen. Deshalb kann die Teilnahme an Battles nur eine Einkommensquelle unter vielen sein. Ein regelmäßiges Einkommen ist eher durch ein Engagement bei Tanzshows und Bühnenprogrammen, als Tanzlehrer oder als Choreograph zu erzielen. Auch die Organisation von HipHop-Events und das Veröffentlichen von Tanzvideos kann Geld einbringen.

Im Idealfall kann der Tänzer mit einer großen Sport- oder Bekleidungsmarke zusammenarbeiten, die ihn ausstattet und für die Promotion ein Honorar bezahlt oder sich an den Reisekosten beteiligt. Generell ist es übrigens ratsam, wenn sich der Tänzer frühzeitig um ein zweites Standbein kümmert.

Professioneller Breakdance auf hohem Niveau kommt Leistungssport gleich und kann sicher nicht bis ins hohe Alter praktiziert werden. Hinzu kommt die Verletzungsgefahr, die die Karriere schlimmstenfalls von heute auf morgen beenden kann.

Breakdance als Beruf – etwas Glück gehört dazu

Wer sich als Breakdance-Star einen Namen gemacht hat, wird zu Auftritten reisen, immer wieder Spannendes erleben und andere Künstler treffen. Vielleicht kann er mit echten HipHop-Größen zusammenarbeiten, wird mit angesagten Klamotten ausgestattet und kann sich selbst im Fernsehen oder auf dem Computerbildschirm bewundern.

Statt Tag für Tag im Büro zu sitzen oder am Fließband zu stehen, hat sich der Tänzer also einen aufregenden und abwechslungsreichen Job ausgesucht. Wirklich reich werden wird er mit seinem Beruf aber vermutlich nicht. Als Breakdancer bleibt er zudem ein Künstler mit unregelmäßigem Einkommen und ein Sportler, der körperlich absolut fit sein muss. Tatsächlich sind Geld und Sicherheit aber meist gar nicht die entscheidenden Faktoren.

Wer sich dafür entscheidet, Breakdance zu seinem Beruf zu machen, tut das, weil er für den Breakdance und den HipHop brennt. Neben einem gewissen Talent ist es auch genau diese Leidenschaft, die zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört.

Wer eher halbherzig an die Sache herangeht und wenig Lust auf intensives Training hat, braucht es erst gar nicht zu probieren. Auch ein langer Atem und die Bereitschaft, mitunter weniger spannende Jobs anzunehmen, sind wichtig. Wie alle anderen Musikrichtungen und Kunstformen unterliegt der HipHop Schwankungen.

Mal ist die Nachfrage riesig, mal flacht sie ab. Gerade in den schwächeren Zeiten sollte sich der Tänzer nicht zu fein sein, beispielsweise Workshops oder Tanzkurse zu geben, um sich über Wasser zu halten. Und nicht zuletzt braucht er auch das notwendige Quäntchen Glück.

Längst nicht jeder wird bei einem Auftritt von einem Produzenten, einem Showintendanten, dem Vertreter einer großen Marke oder einem Star, der den Tänzer unbedingt in seinem nächsten Video haben möchte, entdeckt. Eine Karriere als Profi-Breakdance-Tänzer kann also sehr erfolgreich verlaufen, ist aber in jedem Fall ein hartes Stück Arbeit.

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