Infos und Anleitung für Licht Graffiti

Infos und Anleitung für Licht Graffiti

Fotos, die nachts aufgenommen wurden und auf denen das eigentliche Motiv mit Licht gemalt zu sein scheint, haben vermutlich viele schon einmal gesehen. Dabei können als Motiv mit den Lichtstrahlen Konturen nachgezeichnet, Wellen und Ornamente gemalt oder Buchstaben und Wörter geschrieben worden sein.

Solche Bilder werden Licht Graffiti oder Light Graffiti genannt. Denn ähnlich wie bei echten Graffiti werden auch bei den Licht Graffiti vorhandene Szenerien verziert. Nur arbeitet der Künstler eben nicht mit Filzstiften oder Sprühfarben, sondern mit Lichtern.

Deshalb wird auch vom Malen mit Licht oder vom Lightpainting gesprochen. Doch wie funktionieren Licht Graffiti? Wie werden sie gemacht?

Hier sind Infos und eine Anleitung!

 

Licht Graffiti – die benötigten Utensilien

Das wichtigste Werkzeug für Licht Graffiti ist natürlich eine Kamera. Im Idealfall handelt es sich um eine Kamera, bei der die Belichtungszeit, der ISO-Wert und die Blende manuell eingestellt werden können. Eine Spiegelreflex- oder eine Systemkamera ist natürlich optimal, aber viele andere Kameras eignen sich genauso gut.

Für Licht Graffiti muss es auch nicht das allerbeste Profigerät sein. Eine gute, solide Kamera aus dem mittleren Preissegment reicht völlig aus. Können bei der Kamera keine Einstellungen vorgenommen werden, sollte sie wenigstens einen Nachtmodus haben. Für Licht Graffiti ist der Nachtmodus zwar nicht optimal, aber zum Ausprobieren ein guter Anfang. Übrigens: Für das Smartphone und das Tablet gibt es entsprechende Apps.

Damit die Aufnahmen nicht verwackeln, braucht es ein Stativ. Eine Kamera verfügt zwar meist über Bildstabilisatoren. Allerdings wird bei Licht Graffiti mit sehr langen Belichtungszeiten gearbeitet und kaum jemand dürfte eine so ruhige Hand haben, dass er wackelfreie Bilder hinbekommt. Außerdem sorgt das Stativ dafür, dass die Hände frei sind.

Auch das ist nicht unwichtig, denn schließlich muss das eigentliche Motiv ja mit einer oder mehreren Lichtquellen erst noch gemalt werden. Als Stativ reicht eine einfache Halterung auf drei Beinen völlig aus. Das Stativ muss nur die Kamera sicher und stabil halten, mehr muss es nicht können. Kann die Kamera anderweitig stabilisiert werden, beispielsweise indem sie auf einer Mauer oder einem Tisch abgestellt wird, kann auf ein zusätzliches Stativ natürlich verzichtet werden.

Als drittes und letztes Werkzeug sind eine oder mehrere Lichtquellen notwendig. Eine Taschenlampe liegt dabei selbstverständlich auf der Hand. Grundsätzlich eignen sich als Malwerkzeuge aber alle Gegenstände, die von sich aus leuchten und genug Licht abwerfen.

Kerzen, Knicklichter, Lichtbänder, Leuchtröhren, der Kamerablitz oder LEDs sind ein paar Beispiele. Um Farbe ins Spiel zu bringen, können vor die Lichtquellen bunte, transparente Folien gehalten werden.

 

Licht Graffiti – die Einstellungen

Ist die technische Ausstattung komplett, gilt es, die richtigen Kameraeinstellungen zu finden. Eine Größe in diesem Zusammenhang ist der ISO-Wert, der die Lichtempfindlichkeit des Sensors regelt. Damit das Bild schön dunkel wird und die aufgemalten Lichtstrahlen gut zu sehen sind, sollte der ISO-Wert möglichst niedrig eingestellt werden.

Ein ISO-Wert von 100 ist ein probater Ausgangswert. Eine weitere Einstellung, die vorgenommen werden sollte, betrifft die Blende. Die Blende ist die Öffnung im Objektiv, durch die das Licht auf den Sensor trifft. Für Licht Graffiti sollte diese Öffnung klein sein. Bei der Blendeneinstellung nimmt die Größe der Blende aber mit den Zahlen ab.

Eine kleine Zahl steht also für eine große Öffnung, eine große Zahl hingegen für eine kleine Öffnung. Ist die Blende beispielsweise auf 4 eingestellt, ist die Öffnung recht groß, während die Einstellung 22 für eine kleine Öffnung sorgt. Und für den Anfang ist es auch gut, die Blende auf 22 einzustellen.

Der wichtigste Wert bei Licht Graffiti ist aber die Belichtungszeit. Die Belichtungszeit wird auch Verschlusszeit genannt und gibt an, wie lange die Aufnahme des Fotos dauert. Normalerweise nimmt eine Kamera ein Foto in Sekundenbruchteilen auf.

Für Licht Graffiti muss die Belichtungszeit aber sehr viel länger dauern, denn sonst bliebe ja keine Zeit, um mit der Lichtquelle etwas zu malen oder zu schreiben. Für die ersten Versuche ist eine Belichtungszeit von 30 Sekunden gut geeignet. Stellt sich heraus, dass die Zeitspanne zu lang oder zu kurz ist, kann die Belichtungszeit entsprechend angepasst werden.

Generell muss mit den Einstellungen etwas gespielt und herumprobiert werden, bis sie optimal sind. Ein guter Test für die Belichtungsdauer ist, bei Dunkelheit Autos, die entgegenkommen oder vorbeifahren, zu fotografieren. Reicht die Belichtungszeit aus, werden die Autos selbst auf den Fotos nicht zu sehen sein, denn dafür sind sie zu schnell unterwegs.

Dafür werden sich aber die Lichtspuren der Scheinwerfer als helle Linien durch die Fotos ziehen. Nebenbei sind so dann übrigens auch schon die ersten Licht Graffiti entstanden. Sind die Aufnahmen insgesamt zu dunkel, kann der ISO-Wert etwas höher oder die Blendenöffnung etwas größer eingestellt werden.

 

Licht Graffiti – die Aufnahme der Bilder

Ist die Kamera in einem abgedunkelten Raum oder nach Einbruch der Dunkelheit draußen aufgebaut und sind die Einstellungen soweit vorgenommen, kann das Erstellen der Licht Graffiti beginnen. Dafür wird ganz normal der Auslöser gedrückt.

Dann wird mit einer oder mehreren Lichtquellen eifrig in die Luft gemalt. Dabei können mit der Lichtquelle die Konturen von Gegenständen nachgezeichnet, eigene Motive gemalt oder Buchstaben und Wörter geschrieben werden. Ist die Belichtungszeit vorbei, ist das erste Bild auch schon im Kasten. Viel Spaß!

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