Kunden fürs eigene Tonstudio – 10 Tipps, 2. Teil

Kunden fürs eigene Tonstudio – 10 Tipps, 2. Teil

Wenn das Tonstudio im heimischen Keller nicht nur für die eigenen Aufnahmen genutzt werden, sondern auch ein bisschen Geld einbringen soll, muss es vermarktet werden. Nur: Wie kommt der Hobby-Produzent an Kunden fürs eigene Tonstudio?

Ein ruhiger Raum und ein bisschen Technik: Sich ein kleines Home-Studio einzurichten, ist heutzutage eigentlich keine große Sache. Allerdings hat längst nicht jeder Musiker Lust darauf, sich ans Mischpult zu setzen. Stattdessen investiert er seine Zeit lieber ins Musikmachen und überlässt das Recording anderen. Für den Inhaber des Home-Studios kann das die große Chance sein.

Kümmert er sich um die Aufnahmen, kann er die Ausgaben für das Tonstudio wieder reinholen und sich nebenbei ein zweites Standbein aufbauen. Allerdings geht der Plan nur auf, wenn der Tonstudioinhaber sein Tonstudio gut vermarktet. Denn Tonstudios gibt es genug. Also muss der Tonstudioinhaber Kunden finden und sie davon überzeugen, sein Tonstudio zu buchen.

Natürlich lässt sich in wenigen Worten kaum beschreiben, wie erfolgreiches Marketing funktioniert. Nicht umsonst gibt es Studiengänge, Marketingexperten und eigene Marketingabteilungen in Unternehmen, die sich mit der Vermarktung und der Marktpositionierung beschäftigen.

Aber für den Anfang kommt der Tonstudioinhaber mit Grundwissen schon ein ganzes Stück weiter. In einem zweiteiligen Beitrag geben wir dazu zehn Tipps. Dabei ging es im 1. Teil um die Vermarktung als solches.

 

Jetzt, im 2. Teil, steht die Suche nach Kunden fürs eigene Tonstudio im Vordergrund:

 

Tipp 6: Auf Konzerte gehen.

Der Tonstudioinhaber sollte nicht abwarten und darauf hoffen, dass die Musiker zu ihm kommen. Stattdessen sollte er selbst aktiv werden und zu den Musikern gehen. Ob Künstler oder Bands ein Konzert in einer Kneipe geben, auf einer Privatparty spielen, bei einem Stadtfest auftreten, an der Einweihung der Stadthalle mitwirken oder an einem Festival teilnehmen, spielt keine Rolle.

Der Tonstudioinhaber sollte möglichst viele Gelegenheiten nutzen, um andere Musiker kennenzulernen. So baut er sich ein Netzwerk auf und mit der Zeit spricht sich von ganz alleine herum, dass er ein Tonstudio hat, das gebucht werden kann. Wenn ein Musiker dann ohnehin ein Demo oder eine Platte aufnehmen möchte, weiß er, an wen er sich wenden kann.

Am Anfang sollte sich der Tonstudioinhaber aber auf Musiker aus seiner Stadt oder Region konzentrieren. Zum einen wird es dadurch leichter, sich in der lokalen Musikszene einen Namen zu machen. Zum anderen wird ein Musiker, der am anderen Ende Deutschlands wohnt und nur für einen Auftritt in der Stadt war, eher selten noch einmal extra anreisen, um ein paar Songs in einem Home-Studio aufzunehmen.

 

Tipp 7: Musiklehrer kontaktieren.

Musiklehrer sind gute Ansprechpartner. Denn zum einen sind sie selbst Musiker und haben den ganzen Tag über mit Musikern zu tun. Vielleicht besteht hier ja Interesse daran, einmal eine eigene Platte aufzunehmen. Zum anderen leiten Musiklehrer oft Musikgruppen oder Schülerorchester.

Insofern könnte es eine gute Idee sein, mit den Schülern eine CD aufzunehmen, die dann beim nächsten Schulfest, bei der Abschlussfeier des Jahrgangs oder zu Weihnachten verkauft werden kann. Die Schüler und die Eltern sind bestimmt begeistert, wenn sie eine CD im Plattenschrank haben, an der sie selbst oder der Nachwuchs mitgewirkt haben.

 

Tipp 8: Kontakte zu Musikvereinen und Chören knüpfen.

In fast jedem Ort gibt es Musikvereine und Chöre. Mag sein, dass die Musik des örtlichen Männergesangsvereins, der städtischen Blasmusikkapelle oder des Kirchenchors nicht unbedingt den Geschmack des Tonstudioinhabers trifft. Aber Musikvereine und Chöre sind potenzielle Kunden. Schließlich könnten sie durchaus Interesse daran haben, eine Platte aufzunehmen, die sie bei ihren Auftritten verkaufen könnten.

Außerdem besteht ein Musikverein, eine Kapelle oder ein Chor aus vergleichsweise vielen Musikern. Sie können sich die Kosten für das Tonstudio teilen, falls die Mittel aus der Vereinskasse nicht ausreichen. So wird die Finanzierung der eigenen Platte sehr viel einfacher.

 

Tipp 9: Musikläden als Treffpunkt nutzen.

Wo gehen Musiker hin, wenn Sie Musikzubehör brauchen, Konzerttickets kaufen wollen, nach bestimmten Platten suchen oder einfach wissen möchten, was es in der lokalen Musikszene Neues gibt?

Richtig – in den örtlichen Musikladen. Musik- und Plattenläden sind schon seit jeher klassische Treffpunkte von Musikern und Musikfans. Daher sollte auch der Tonstudioinhaber regelmäßig im Musikladen vorbeischauen und dort Kontakte knüpfen und pflegen.

Vielleicht kann er sogar einen Ferien- oder Nebenjob im Musikladen ergattern. So ist er regelmäßig vor Ort und kann die Zeit, bis das Tonstudio läuft, mit einem kleinen Nebeneinkommen überbrücken.

 

Tipp 10: Nicht nur Musiker ins Visier nehmen.

Der Tonstudioinhaber sollte nicht vergessen, dass nicht nur Musik aufgenommen wird. Hörbücher, Lernmedien, Jingles, Podcasts oder Mitschnitte von Seminaren sind nur ein paar Beispiele für Audioaufnahmen. Daher kann sich der Tonstudioinhaber ruhig auch an anderen Stellen umhören.

Vielleicht findet er ja Seminaranbieter oder Konferenzhotels, die Mitschnitte von Veranstaltungen als Zusatzservice anbieten möchten und den Tonstudioinhaber dafür engagieren. Möglicherweise kann er mit einer Werbeagentur oder einem Unternehmen zusammenarbeiten. Eventuell lernt er einen Schriftsteller oder einen Autor kennen, der Spaß daran hätte, aus seinem Buch ein Hörbuch zu machen.

Natürlich entfernt sich der Tonstudiobetreiber durch solche Aktionen von der Musik. Aber er hat eine Buchung für sein Tonstudio und damit einen Auftrag, der Geld bringt. Und Marketing bedeutet eben auch, kreativ zu sein und manchmal ungewöhnliche Wege zu gehen.

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