Tanzstile in der HipHop-Kultur, 4. Teil

Tanzstile in der HipHop-Kultur, 4. Teil

In einem ausführlichen Ratgeber haben wir uns ausgiebig mit den Tanzstilen in der HipHop-Kultur beschäftigt. Den Anfang machte die US-amerikanische Ostküste, danach ging es mit der Westküste weiter. Und den krönenden Abschluss bildet ein kleines Lexikon mit den wichtigsten Moves.

Dabei enthielt die erste Hälfte die Buchstaben A bis H.

Hier geht’s nun mit der zweiten Hälfte weiter!:

I und J

Insane Korkscrew

Bei dieser Figur handelt es sich um eine Variante vom Headspin. Der Tänzer geht also in den Kopfstand und dreht sich um seine eigene Achse. Seine Arme hält er dabei eng am Körper.

Jacket

Der Jacket gehört zur Gruppe der Freezes. Bei dieser Figur führt der Tänzer einen Kopfstand aus und streckt seine Arme zu den Seiten hin aus.

 

K

Kick

Kicks sind schwungvoll ausgeführte Bewegungen. Meist gehen sie auf Angriffs- und Verteidigungstechniken der Capoeira oder von Kampfsportarten zurück. Im HipHop werden Kicks in verschiedenen Varianten ausgeführt. Die genauen Namen der Moves ergeben sich dann aus der Bein- oder Körperstellung. So gibt es beispielsweise den K-Kick.

Hier führt der Tänzer einen Handstand auf einer Hand aus und streckt den anderen Arm und die Beine gleichzeitig so aus, dass sein Körper die Form eines Ks bildet. Der K-Kick wird auch Drapeau genannt. Eine andere Variante ist der L-Kick, auch Nike genannt. Beim L-Kick geht der Tänzer ebenfalls in einen einhändigen Handstand und bildet mit seinem Körper ein L. Außerdem gibt es den V-Kick, der auch Ninja Outburst genannt wird.

Er gleicht dem Aù Malandro aus der Capoeira, der unter anderem eingesetzt wird, um einen Schlag des Gegners abzuwehren. Im HipHop stößt der Tänzer seine Beine V-förmig in die Luft und hält gleichzeitig seinen gestreckten Arm zwischen den Beinen nach oben. Noch eine andere Form ist der Y-Klick. Hier stützt sich der Tänzer auf einer Hand ab und bildet mit seinen Beinen ein Y.

Kip-Up

Die Ausgangsposition für den Kip-Up ist eine Brücke rücklings. Der Tänzer springt aus dieser Position heraus in eine aufrechte Stellung.

Kneespin

Beim Kneespin berührt der Tänzer mit einem Knie den Boden, das andere Bein streckt er in die Höhe. Um sich auf seinem Knie zu drehen, stößt sich der Tänzer mit seinen Händen am Boden ab. Zieht er das ausgestreckte Bein während der Drehung ein, kann er seine Drehgeschwindigkeit erhöhen.

 

M

Mill

In die Gruppe der Mills gehören Drehungen um die Längsachse des Körpers, bei denen abwechselnd die Schultern, der Rumpf, die Hände oder der Kopf den Boden berühren.

Die Grundbewegungen haben ihre Wurzeln im Kung-Fu und in der Capoeira. Hier werden die Drehbewegungen eingesetzt, um sich aufzurichten und dem Gegner dabei gleichzeitig auszuweichen. Im HipHop bilden die Mills die Grundlage für viele verschiedene Drehfiguren.

Monkey

Der Monkey gehört zur Kategorie der Spins. Der Tänzer wechselt dabei von einer Hand auf die andere, um sich so mit gestreckten, leicht gespreizten Beinen längs um seine eigene Achse zu drehen.

 

R

Rocket

Beim Rocket dreht sich der Tänzer auf seinem Kopf und legt dabei seine Arme an den Körper an. Eine andere Bezeichnung für diese Figur lautet Baguette.

Routine

Wenn mindestens zwei Tänzer eine oder mehrere Figuren gleichzeitig und synchron ausführen, wird von einer Routine gesprochen.

Rubberband

Ein Rubberband besteht aus Broncos, die mehrere Male hintereinander ausgeführt werden.

 

S

Scissor Kick

Für einen Scissor Kick geht der Tänzer in den Handstand und ahmt mit seinen Beinen die Bewegungen einer Schere nach. Dabei kann der Tänzer sowohl auf der Stelle stehen bleiben als auch hüpfen.

Spider

Beim Spider legt der Tänzer seine Beine auf die Schultern und bewegt sich auf seinen Händen vorwärts. Entstanden ist die recht schwierige Figur in den 1980er-Jahren. Im Deutschen wird auch von der Spinne gesprochen, eine andere Bezeichnung ist außerdem Arraigné.

Spin

Unter dem Oberbegriff Spins werden alle Drehfiguren zusammengefasst, bei denen sich der Tänzer auf einem Körperteil um die Längsachse seines Körpers dreht.

Suicide

Der Suicide wird auch Todessprung genannt. Der Tänzer führt dabei einen Sprung aus, durch den er in voller Länge mit dem Rücken auf dem Boden aufkommt. Der Sprung kann aus verschiedenen Positionen und Figuren heraus durchgeführt werden. Meist beendet er eine Combination.

Superman

Der Superman gehört in die Gruppe der Mills. Der Tänzer dreht sich dabei auf seinem Brustkorb und streckt seine Arme möglichst weit aus.

Swipe

Beim Swipe berühren die Hände und die Füße im Wechsel den Boden, während sich der Tänzer um seine Längsachse dreht. Eine Steigerung dieser Figur ist der Airswipe. Hier erfolgt die Drehung in der Luft. Eine Abwandlung wiederum ist der Headswipe, bei dem der Tänzer seinen Kopf auf dem Boden ablegt. Der Swipe wird auch l‘Envolée genannt.

Swirl

Der Swirl bezeichnet eine Drehfigur, bei der sich der Tänzer auf seinem Unterarm um die Längsachse dreht.

 

T

Tornado

Für einen Tornado springt der Tänzer so in Position, also wolle er eine Windmill ausführen. Sobald sein Rücken den Boden berührt, zieht er aber seine Beine ein, um sie anschließend zusammenzunehmen und gerade auszustrecken. Auf diese Weise dreht sich der Tänzer mehrfach ohne Bodenkontakt.

Turtle

Der Turtle gehört in die Gruppe der Floats. Der Tänzer schwebt in Drehbewegungen mit waagerechtem Körper über die Tanzfläche. Seine Arme stützt er dabei in den Bauch, seine Beine sind angewinkelt. Die Figur wird auch Scorpion genannt.

 

U und V

Ufo

Das Ufo ist eine Figur aus der Kategorie der Floats. Der waagerecht schwebende Körper des Tänzers wird von seinen ausgestreckten Armen getragen. Seine Beine streckt der Tänzer weit nach hinten aus. Die Figur wird auch als Buddha bezeichnet. Hält der Tänzer seine Beine geschlossen zusammen, wird aus dem Ufo eine Banane.

Valdez

Beim Valdez sitzt der Tänzer auf dem Boden und führt aus dieser Position heraus einen seitlichen Radschlag rückwärts oder einen rückwärtigen Überschlag aus. Oft dient der Valdez als Einleitung für einen Kick oder einen Freeze.

 

W

Wallflip

Beim Wallflip läuft der Tänzer senkrecht eine Wand hoch und nutzt den Schwung, den er dabei erhält, für einen Überschlag rückwärts.

Windmill

Bei einer Windmill dreht sich der Tänzer um die Längsachse seines Körpers. Seine Beine sind dabei ausgestreckt, während seine Schultern, sein Bauch oder sein Rücken abwechselnd den Boden berühren. Andere Bezeichnungen für die Windmill sind Helicopter und Coupole. Hält der Tänzer seine Hände zwischen seine Beine, wird der Move Nutcracker genannt. Umschließt der Tänzer hingegen mit seinen Armen seine Knie, wird der Move zu einem Sumo.

Wolf

Beim Wolf, einer Figur aus der Gruppe der Floats, stützt sich der Tänzer auf seinen durchgesteckten Armen ab und streckt seine Beine gerade, parallel zum Boden nach vorne. In einer abgewandelten Form kann der Tänzer seine Beine auch anwinkeln.

Worm

Beim Worm liegt der Tänzer flach auf dem Boden, seine Arme streckt er gerade nach vorne aus. Anschließend führt er wellenartige Bewegungen aus, um sich auf diese Weise vorwärts zu bewegen. Den notwendigen Schwung erhält der Tänzer dadurch, dass er seinen Oberkörper abwechselnd aufrichtet und ablegt und den so gewonnenen Schwung als wellenförmige Bewegung in seinen Unterkörper weiterleitet.

 

Zahlen

Für Drehbewegungen, die durch einen Sprung in den Handstand eingeleitet werden, werden verschiedene Zahlen verwendet. So gibt es beispielsweise den 1990er. Hier springt der Tänzer in den Handstand, legt seine Hände zusammen und dreht sich längs um die Körperachse. Um Schwung zu holen, führt er mit einer Hand eine Bewegung aus, die dem Scratchen beim Auflegen von Platten ähnelt.

Dreht sich der Tänzer nur auf einer Hand, handelt es sich um einen 1999er. Beim 2000er wiederum springt der Tänzer mit zusammengelegten Händen in den Handstand, dreht sich um seine eigene Achse, stößt sich dann fest vom Boden ab und landet schließlich wieder auf seinen Beinen. Von einem 2001er wird gesprochen, wenn sich der Tänzer im Handstand auf seinem Handrücken dreht.

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