Tanzstile in der HipHop-Kultur, 3. Teil

Tanzstile in der HipHop-Kultur, 3. Teil

Ohne Tanz wäre die HipHop-Kultur undenkbar. Immerhin gehört das Tanzen neben dem Rap, dem Djing und Graffiti zu den vier ursprünglichen Säulen des HipHop. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich im Laufe der Zeit jede Menge Tanzstile, Techniken und Figuren entwickelt haben.

Sie bilden aber nur eine Art Grundlage. Denn ein HipHop-Tänzer hat das Ziel, sein Repertoire stetig zu erweitern, die Techniken abzuwandeln und neue Figuren zu erfinden, um so seinen eigenen Stil zu prägen.

Trotzdem muss der HipHop-Tänzer natürlich die Grundtechniken kennen. In einem ausführlichen Ratgeber nehmen wir die Tanzstile in der HipHop-Kultur deshalb genauer unter die Lupe. Dabei stand im 1. Teil das B-Boying der US-amerikanischen Ostküste im Mittelpunkt. Der 2. Teil drehte sich um die Tanzstile der Westküste.

Nun wäre so ein Ratgeber ohne ein kleines Lexikon mit den wichtigsten Ausdrücken für Powermoves beim HipHop-Tanzen aber nicht komplett. Schließlich sollte der Tänzer die Begriffe wenigstens einmal gehört haben.

Hier, im 3. Teil, geht’s also los mit den Buchstaben A bis H!:

 

A

Aerial Cartwheel

Bei dieser Figur schlägt der Tänzer ein Rad, aber ohne dabei seine Arme einzusetzen.

Airchair

Der Airchair gehört zu den Freezes. Seine Wurzeln liegen in der Capoeira. In der Grundposition ruht das Körpergewicht des Tänzers auf seinem Ellenbogen, den er in der Hüfte oder der Seite abstützt. Die Grundposition wird auch Trax genannt. Und von dieser Grundstellung aus kann der Tänzer die Figur beliebig abwandeln.

Airflare

Beim Airflare dreht sich der Tänzer um seine eigene Achse. Dabei hüpft er auf seinen Händen, während er seine Beine V-förmig nach oben streckt.

Airmaster

Der Airmaster ist aus der Capoeira entnommen und gehört in die Gruppe der Freezes. Beim Airmaster steht der Tänzer im Handstand. Seine Beine sind in Richtung Bauch gebeugt, sein Blick geht zu den Beinen. Die Beine kann der Tänzer nun in verschiedenen Positionen halten. Verschränkt er seine Beine, wird die Figur zu einem Airmaster mit Lotus.

Airplane

Ein Airplane ist eine Windmill, bei der der Tänzer seine Arme und seine Beine zur Seiten ausgestreckt.

Airswipe

Bei dieser Figur dreht sich der Tänzer einmal um seine Längsachse, ohne dass seine Füße dabei den Boden berühren.

Airtrack

Der Begriff Airtrack steht als Oberbegriff für alle Luftsprünge, bei denen sich der Tänzer ohne Bodenkontakt um 360 Grad längs um die eigene Achse dreht. Eine andere Bezeichnung für diese Figurenkategorie lautet Vrille. Den Ausgangspunkt für solche Figuren bildet meist ein Airswipe oder eine Windmill.

Applejack

Ein Applejack ist ein vorgetäuschter Kick. Der Tänzer kann ihn einsetzen, um einen anderen Tänzer zum Battle herauszufordern. Meistens wird der Applejack aus der Rückenlage heraus ausgeführt, grundsätzlich ist er aber aus jedem beliebigen Move heraus möglich. In einer gesteigerten Form kann der Tänzer den Kick andeuten und dabei gleichzeitig zwischen den Beinen des anderen Tänzers durchtauchen. Dieser Moves ist gleichbedeutend mit einer massiven Beleidigung.

 

B

Babymill

Bei der Babymill dreht sich der Tänzer längs um seine eigene Achse. Seine Arme und seine Beine hält er dabei eng am Körper. Damit ist die Babymill eine Abwandlung der Windmill. Sie wird auch als Munchmill oder Pièce bezeichnet.

Back to Back

Diese Figur führen zwei Tänzer gemeinsam aus. Ein Tänzer beugt sich nach vorne, so dass sein Rücken eine waagerechte Fläche bildet. Der andere Tänzer springt von vorne auf den Rücken und rollt mit einem Salto darüber.

Backspin

Als Backspin wird eine Drehung auf dem Rücken bezeichnet.

Bellymill

Die Bellymill ist eine weitere Abwandlung der Windmill. Der Tänzer dreht sich dabei abwechselnd auf seinem Bauch und seinen Schultern. Hält er seine Beine geschlossen, wird von einer Banana Mill gesprochen.

Bronco

Beim Bronco führt der Tänzer eine Kippbewegung aus, bei der er den Boden abwechselnd mit seinen Händen und seinen Füßen berührt. Dadurch erinnert die Figur an ein Pferd, das ausschlägt. Der Bronco wird auch Poney oder Donkey genannt.

 

C

Coindrop

Der Coindrop ist eine Drehbewegung zur Seite und nach unten. Der Tänzer geht dabei vom Stand in die Rückenlage. Gleichzeitig nimmt er so Schwung für Drehfiguren auf dem Boden auf.

Combination

Von einer Combination wird gesprochen, wenn der Tänzer verschiedene Figuren auswählt und miteinander verbindet. Durch die Zusammenstellung und die Reihenfolge der Figuren unterstreicht der Tänzer seinen individuellen Tanzstil.

Cricket

Diese Figur ist eine Weiterentwicklung der Turtle. Der Tänzer nimmt die Position der Turtle ein und führt anschließend Hüpfbewegungen im Kreis aus. Hüpft der Tänzer dabei nur auf einer Hand, nennt sich die Figur Jackhammer.

 

D

Dive

Mit einem Dive kann der Tänzer auf die Tanzfläche springen. Dabei springt er auf seine Hände und fängt den Aufprall ab, indem er seinen Körper beispielsweise wellenartig nach hinten bewegt. Kann der Tänzer nach einem Dive direkt einen Freeze ausführen, zeigt er ein besonders hohes Maß an Körperbeherrschung.

Donut

Der Donut gehört in die Gruppe der Spins. Der Tänzer dreht sich dabei auf seinem Kopf und einem Unterarm. Der andere Arm wird in die Hüfte gestützt, um den Körper so aufrecht zu halten. Ein Bein streckt der Tänzer meist gerade nach oben, das andere Bein ist gebeugt.

 

E

Eggbeater

Der Eggbeater ist eine Windmill, bei der der Tänzer seine Hände an seinem Geschlechtsteil positioniert.

Elbowfreeze

Beim Elbowfreeze stützt der Tänzer sein Körpergewicht auf den Ellenbogen ab. Die weitere Ausgestaltung der Figur bleibt dem Tänzer selbst überlassen.

Elbowglide

Der Elbowglide bezeichnet eine Drehbewegung, die der Tänzer auf seinem Ellenbogen ausführt. Seine Hand liegt dabei auf dem Bauch. Eine Abwandlung der Figur ist der Fistglide. Hier dreht sich der Tänzer auf seiner Faust.

 

F

Flare

Beim Flare stützt sich der Tänzer mit seinen Armen auf dem Boden ab. Anschließend schwingt er seine ausgestreckten und gespreizten Beine immer abwechselnd unter einem Arm hindurch und dreht sich dabei gleichzeitig im Kreis. Nach dem Flare wird oft ein Coindrop ausgeführt, um danach in eine Windmill überzugehen.

Flip

Unter dem Begriff Flip werden Überschläge in sämtlichen Varianten zusammengefasst. Dabei können die Überschläge vorwärts, rückwärts, seitwärts und sowohl mit als auch ohne Bodenkontakt ausgeführt werden. Zu den am häufigsten eingesetzten Varianten gehören der Flic Flac und das Salto.

Float

Die Bezeichnung Float wird für alle Figuren verwendet, bei denen der Tänzer waagerecht über der Tanzfläche schwebt. Dabei ist ein Float immer eine Drehbewegung, bei der nur die Hände den Boden berühren. Eine andere Bezeichnung für Float ist Table-Top.

Fly & Roll

Diese Figur gehört zu den Flips und wird gerne als Startsprung auf die Tanzfläche genutzt. Der Tänzer springt dabei kopfüber auf den Boden und rollt sich anschließend ab.

Freeze

Von einem Freeze wird gesprochen, wenn der Tänzer eine bestimmte Haltung einnimmt und in dieser Position wie “eingefroren” verharrt. Eine andere Bezeichnung für Freeze lautet Hesitation. Freezes eignen sich ideal für eigene Kreationen.

Frontflip

Ein Frontflip ist ein Überschlag vorwärts. Nach der Figur kehrt der Tänzer in seine Ausgangsposition zurück.

 

G

Gainer

Der Gainer hat seine Wurzeln in der Capoeira. Bei dieser Figur startet der Tänzer aus dem Lauf, seltener aus dem Stand heraus einen Rückwärtsflip. Den Überschlag springt der Tänzer nach vorne und zieht seine Beine eng an die Brust.

Genie

Diese Figur ist eine Variation der Windmill. Hier kreuzt der Tänzer seine Arme vor der Brust.

 

H

Halo

Der Halo ist eine Mischung aus Windmill und Headspin. Der Tänzer dreht sich auf dem Kopf. Nach jeder Umdrehung stützt er seine Arme in den Bauch ab, um sich so wieder nach oben zu drücken. Während der Kopf die ganze Zeit über auf dem Boden bleibt, haben der Bauch und der Rücken niemals Bodenkontakt. Der Halo wird auch Track oder Couronne bezeichnet.

Handcuff

Der Handcuff ist eine Version der Windmill, bei der der Tänzer seine Hände hinter dem Po hält.

Handglide

Von einem Handglide oder einem Handspin wird gesprochen, wenn sich der Tänzer im Handstand auf seinen Händen dreht. Aus diesem Basis-Move haben sich im Laufe der Zeit unzählige Abwandlungen entwickelt.

Headspin

Drehungen auf dem Kopf um die eigene Achse werden Headspins genannt. Dabei gibt es Headspins in vielen verschiedenen Formen. Die Namen ergeben sich meist aus der Beinstellung während der Drehung. So gibt es dann beispielsweise den Chairstyle (Stuhl) oder das Bicycle (Fahrrad).

Hollow Back

Der Hollow Back gehört zu den Freezes. Meist wird er aus dem Hand- oder Kopfstand heraus ausgeführt. Der Tänzer beugt dafür seine Beine nach unten zum Rücken hin. Eine andere Bezeichnung für die Figur ist Planche bloquée. Und wenn der Tänzer seine Beine leicht anwinkelt, wird von einem Scorpion Freeze gesprochen.

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