Infos zur Technik beim Beatboxing

Infos zur Technik beim Beatboxing 

Beim Beatboxing werden mit dem Mund, der Nase oder dem Rachen in erster Linie Drumcoumputerbeats, aber auch Scratches und andere Schlagzeugrhythmen, Schlagzeugklänge und Klangeffekte nachgeahmt. Der Begriff selbst leitet sich von jenen Drumcomputern ab, die vor allem in den 1980er-Jahren für die instrumentalen Parts vieler HipHop-Stücke genutzt wurden.

Diese Drumcomputer hießen umgangssprachlich beat boxes und genauso wurden auch die seinerzeit sehr populären Ghettoblaster genannt. 

Davon abgeleitet wird derjenige, der mit seinem Mund Beats und Klänge erzeugt, human beatbox genannt. Das Beatboxing wird vielfach mit Vocal Percussion gleichgesetzt. Während Vocal Percussion aber eher ein allgemeiner Oberbegriff ist, bezeichnet das Beatboxing eine Sonderform von Vocal Percussion, die sich aus der HipHop-Kultur heraus entwickelt hat. Dies ist vermutlich einer der Gründe dafür, weshalb das Beatboxing heute neben den vier Grundelementen Rap, DJing, B-Boying und Graffiti als fünftes Element des HipHop gilt.

Das Beatboxing arbeitet mit unterschiedlichen Techniken und hier die wichtigsten Infos zur Technik beim Beatboxing in der Übersicht: 

Klänge, Laute und Rhythmen

Grundsätzlich steht beim Beatboxing das Erzeugen von Schlagzeugklängen und Klangeffekten im Vordergrund. Anders als beim normalen Gesang geht es beim Beatboxing also weniger um stimmhafte Laute wie beispielsweise Vokale, sondern vielmehr um stimmlose Laute wie etwa Konsonanten.

Zu den Grundklängen gehören dabei die Klänge und Laute, die auch von Drumcomputern erzeugt werden können und beispielsweise die Snare Drum, die Bass Drum oder die Hi-Hat nachahmen. Diese Basisklänge können dann durch unterschiedliche Techniken verändert werden, zum Beispiel indem mit der Zunge geschmalzt, gepfiffen, gesummt, gehustet, geschluckt, verschieden geatmet, mit Wortteilen gearbeitet oder mit den Lippen vibriert wird.

Die einzelnen Klänge und Laute werden im nächsten Schritt dann in eine rhythmische Abfolge gebracht. Anders als beim Gesang, bei dem die Worte und Töne oft ineinander übergehen und sich gegenseitig beeinflussen, wird beim Beatboxing aber darauf geachtet, dass die einzelnen Klänge und Laute jeweils für sich erkennbar bleiben.    

Das Atmen

Beim normalen Gesang und auch beim Sprechen entstehen die Töne, Klänge und Laute in aller Regel beim Ausatmen. Beim Beatboxing hingegen werden die Klänge und Laute sowohl beim Aus- als auch beim Einatmen erzeugt.

Dies liegt daran, dass bestimmte Klänge nur im Zuge des Einatmens nachgeahmt werden können, beispielsweise die inward clap spare oder die inward click rolls.

Andere Laute wie etwa eine geschlossene Hi-Hat hingegen können sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen imitiert werden. Dies bringt neben dem erweiterten Klangrepertoire auch den Vorteil mit sich, dass die Rhythmen beim Beatboxing nicht nur Atempausen unterbrochen werden müssen. 

Das Mikrofon

In aller Regel kommen bei Auftritten Mikrofone zum Einsatz. Diese dienen aber nicht nur als Tonabnehmer, sondern werden bewusst eingesetzt, um unterschiedliche Klangeffekte zu erzeugen. So werden die Mikrofone nicht nur vor den Mund, sondern beispielsweise auch vor die Nase, an den Hals oder an den Brustkorb gehalten.

Zudem kann ein Mikrofon teilweise abgedeckt werden oder es werden mehrere Mikrofone gleichzeitig verwendet, wodurch dann weitere Klangeffekte entstehen.  

Mischtechniken

Eine recht weit verbreitete Mischtechnik ist die Kombination aus Beatboxing und Gesang. Das bedeutet, der Künstler begleitet seinen Gesang oder Rap durch Beatboxing selbst. Ein Pionier dieser Mischtechnik ist Rahzel, der durch sein „If your mother only knew“, eine Interpretation von Aaliyahs Song „If your girl only knew“, regelrechte Begeisterung in der Beatboxszene auslöste. Seine Version gilt heute als absoluter Klassiker und gehört für viele Beatboxer zum Pflichtprogramm.

Eine andere Mischtechnik ist die sogenannte Body Percussion, bei der der gesamte Körper als Instrument eingesetzt wird. Dies ist einerseits möglich, indem der Körper als weiteres Klangelement zum Einsatz kommt, beispielsweise indem während des Beatboxings in die Hände geklatscht, mit den Füßen auf den Boden gestampft oder mit den Fingern geschnippt wird. Andererseits kann der Körper direkt genutzt werden, um die Klänge zu variieren.

Dies kann umgesetzt werden, indem der Künstler beim Beatboxing beispielsweise mit seinen Händen auf den Hals, den Brustkorb, die Wangen oder die Lippen klopft, mit seinen Fingern auf die Lippen drückt oder daran zieht oder seinen Mund mit den Fingern auseinanderzieht.   Ebenfalls in den Bereich der Mischformen gehört es, wenn Künstler weitere Hilfsmittel beim Beatboxing nutzen. Dies können beispielsweise Musikinstrumente sein, die der Künstler spielt und gleichzeitig rhythmisch begleitet. Daneben arbeiten einige Künstler mit Loops.

Dabei werden einige Passagen durch Beatboxing vorgetragen und gleichzeitig per Overdubbing in Echtzeit so ergänzt, dass sich Mehrstimmigkeit ergibt. Wenn der Künstler gebeatboxte, gesungene und gerappte Passagen miteinander kombiniert, entsteht durch die Technik, die als Live-Looping bezeichnet wird, der Eindruck, es stünde eine komplette Band auf der Bühne.

Zum Einsatz können außerdem weitere technische Hilfsmittel wie Sampler, Effektgeräte oder Musiksoftware kommen. In diesem Fall kann das Beatboxing mitgeschnitten und in Echtzeit arrangiert oder verfremdet werden.

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