Definition – Was ist eigentlich eine Gang?

Definition – Was ist eigentlich eine Gang? 

In der HipHop-Szene fällt recht häufig der Begriff Gang. Dabei ist der Begriff im HipHop mehr oder weniger positiv geprägt. Dies liegt zum einen daran, dass das Leben im Ghetto zu den Kernthemen gehört und vor allem der Gangsta-Rap das Leben als Mitglied einer Straßengang fast schon glorifiziert.

Zum anderen war es aber auch der HipHop, der als Befriedung des Bandenwesens auftrat.

Ein Beispiel hierfür ist die Gründung der einflussreichen Zulu Nation durch den New Yorker DJ Afrika Bambaataa. In diesem Sinne steht der Begriff Gang für den Freundeskreis. Ursprünglich und eigentlich steht der Begriff Gang aber für etwas anderes.   

Definition – Was ist eigentlich eine Gang? 

Das Wort Gang stammt aus dem Amerikanischen und bezeichnet eine Vereinigung von Kriminellen. Das deutsche Wort für Gang heißt Bande. In einer Gang schließen sich Personen zusammen, die von einem oder mehreren Anführern gelenkt und gesteuert werden. Das Ziel einer Gang besteht in erster Linie darin, Machtansprüche durchzusetzen.

So beansprucht eine Gang beispielsweise ein bestimmtes Revier für sich und versucht dieses mit unterschiedlichen Mitteln unter Kontrolle zu halten. Typischerweise werden Schutzgelder von beispielsweise Ladenbesitzern verlangt oder die Kassen durch zweifelhafte Geschäfte aufgefüllt. Im Gegenzug bietet die Gang den Bewohnern ihres Reviers vermeintlichen Schutz, greift aber auch mit oft brutalsten Methoden durch, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält.

Anzeigen bei der Polizei muss eine Gang dabei aber letztlich nicht befürchten, denn die Betroffenen wissen, dass eine Anzeige sehr schwerwiegende Folge hätte.   Insbesondere Großstädte sind in unterschiedliche Reviere aufgeteilt, wobei das Revier der rivalisierenden Gang dort beginnt, wo das eigene Territorium aufhört.

Die Grenzen zwischen den Revieren sind klar festgelegt und vielfach durch Graffitis markiert, die den Namen oder das Erkennungszeichen der Gang zeigen. Eines der schlimmsten Vergehen in diesem Zusammenhang ist das sogenannte Crossing.

Gemeint ist damit das Übersprühen eines solchen Graffitis durch eine rivalisierende Gang, denn in diesem Fall liegt ein Verstoß gegen zwei Gesetze vor. So wurde zum einen das Revier zumindest symbolisch aberkannt und zum anderen wurde ein Gebiet betreten, in dem die Gang nichts zu suchen hat. Vor allem in amerikanischen Großstädten steht teilweise die Todesstrafe auf ein solches Vergehen und nicht selten ist ein sogenanntes Drive-by Shooting die Folge.

Dabei fahren Gangmitglieder durch das Revier der gegnerischen Gang und schießen im Vorbeifahren auf deren Mitglieder. In Amerika gibt es übrigens eine Spezialeinheit, die sich ausschließlich um Gangs und deren Vergehen kümmert. Mit 350 Beamten steht die Einheit aber gegen die rund 40.000 Gangmitglieder in etwa 400 Gangs auf verlorenem Posten.  

Gangs und ihre Hierarchie 

Im Hinblick auf die Hierarchie muss zunächst unterschieden werden, ob es sich lediglich um eine Gruppe von Gleichgesinnten oder um eine organisierte Gang handelt. Erstere besteht meist aus nur wenigen Mitgliedern und der oder die Ältesten übernehmen die Rolle der Anführer. Anerkennung und Respekt verschaffen sich die Mitglieder, indem sie beispielsweise jemanden verprügeln und diese Aktion mit dem Handy aufnehmen. Bekannt ist dies unter der Bezeichnung Handy-Slapping.

Im Unterschied dazu gibt es in organisierten Gangs feste Strukturen mit strenger Hierarchie. Üblicherweise kontrollieren organisierte Gangs ganze Stadtteile und haben meist mehr als 100 Mitglieder. An der Spitze einer solchen Gang stehen die Original-Gangster, kurz O.G.. Als Gründer der Gang legen sie die Strukturen fest und kontrollieren die Abläufe. In aller Regel sind sie älter als 25 Jahre.

Direkt unter den O.G.s stehen die Hardcore-Gangster, die dafür zuständig sind, Aufträge zu delegieren und die Einnahmen zu verwalten. Üblicherweise machen sie zehn Prozent der Gangmitglieder aus. Die nächste Stufe sind dann die Working-Gangster, die diejenigen sind, die die Aufträge ausführen, also beispielsweise Drogendeals oder Diebstähle erledigen. Daneben gibt es die Wanna-Bes. Dies sind 11- bis 13-jährige Kinder, die zwar an den Treffen teilnehmen dürfen, aber noch nicht als Mitglieder aufgenommen sind. Um sich zu beweisen, werden die Kinder aber oft als Wachposten bei diversen kriminellen Aktionen eingesetzt. Schließlich kennt die Gang noch die Residents.

Residents sind Personen, die in dem Revier leben und mit der Gang aufgewachsen sind, aber selbst keine Mitglieder sind. Sie werden respektiert und innerhalb des Reviers von der Gang auch beschützt.Eine der gefährlichsten Gangs weltweit ist die Primeiro Comando da Capital, kurz PCC Gang, im brasilianischen Sao Paulo.

Die Gang hat ihre eigenen Drogenkartelle, zählt rund 6.000 Mitglieder und etwa 150.000 Sympathisanten. Nicht weniger gefährlich ist die Mara Salvatrucha, die mit 100.000 Mitgliedern die größte Gang der Welt ist. Ihr Haupteinsatzgebiet erstreckt sich von der Westküste in den USA bis nach Lateinamerika, die Kontaktpersonen sind aber in einem weltweiten Netzwerk organisiert. Mit 90.000 Mitgliedern ist die kenianische Mungiki Gang nur etwas kleiner.

Sie kontrolliert vor allem die Slums in Nairobi und viele Wirtschaftszweige. Charakteristisch für die Gang ist, dass Gangmitglieder den Kopf von Menschen, die ihre Regeln missachten, aufspießen und mahnend durch die Gassen tragen.

Die US-amerikanische Blood Alliance besteht aus 15.000 Mitgliedern und ist im Drogenhandel sowie im Zusammenhang mit Raub und Mord aktiv. Das Erkennungsmerkmal der Bloods sind rote Halstücher.

Hier mal eine kleine Video-Dokumentation zu Gang-Members:

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