3 Tipps für gute Rap-Texte

3 Tipps für gute Rap-Texte

Die deutsche Bezeichnung für den Rap lautet Sprechgesang. Und als solcher lebt er von seinen Texten. Doch was macht gute Rap-Texte aus?

Hier sind 3 Tipps!

Der HipHop ist nicht nur eine Lebenskultur, sondern hat sich auch als Musikgenre längst etabliert. Anfangs eine Randerscheinung und bestenfalls für eine überschaubare Minderheit interessant, hat der HipHop in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Musiker aller Stile inspiriert.

Und auch mit Blick auf das Publikum sind HipHop-Stücke inzwischen durchaus massentauglich, regelmäßig in den Charts vertreten und kommerziell erfolgreich. Dabei zeichnet sich der Rap dadurch aus, dass der Text in erster Linie gesprochen wird. Zwar kann ein Rap-Song auch gesungene Elemente enthalten, das Rappen als solches erfolgt aber durch sprechen.

Aus diesem Grund wird der Rap im Deutschen auch Sprechgesang genannt. Und dabei kommt es nicht nur darauf an, dass der Rapper irgendetwas sagt. Stattdessen zählt auch, von was der Song handelt und wie der Rapper den Text performt.

Ein Patentrezept für einen gelungenen Rap-Text gibt es nicht. Denn dazu sind die Themen zu vielfältig und die Stile zu verschieden. Doch es gibt ein paar Kriterien, die einen guten Rap-Text ausmachen. Im Sinne von Denkanstößen sind hier drei Tipps für gute Rap-Texte.

  1. Tipp: interessante Themen und originelle Reime

Der HipHop hat seine Wurzeln in den Ghettos Nordamerikas. Die überwiegend dunkelhäutige Bevölkerung dort nutzte die Musik, um auf Missstände hinzuweisen, Kritik zu üben, ihr Leid zu klagen und die alltäglichen Schwierigkeiten zu verarbeiten. Folglich griffen die Texte schwierige Themen auf und waren mal ehrlich, mal aggressiv, mal beleidigend und mal melancholisch. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert.

Auch aktuelle HipHop-Größen nutzen ihre Rap-Texte, um aus ihrem Leben und von der Straße zu erzählen. Sie machen ihrem Unmut Luft und bringen ihre Haltung schonungslos zur Sprache. Um den Nerv der Zuhörer zu treffen, sollte ein Rap-Text deshalb ein aktuelles Thema behandeln.

Der Song sollte sich mit etwas beschäftigen, das viele betrifft oder in dem sich viele wiedererkennen. Selbstverständlich muss der Text dabei nicht zwangsläufig böse sein. Auch motivierende Texte oder Raps, die zum Feiern einladen, können große Erfolge feiern.

Grundsätzlich steht außerdem nirgends geschrieben, dass sich ein Rap-Text reimen muss. In den meisten Fällen werden Raps aber in Reimen verfasst. Und hier besteht die große Kunst darin, die Zuhörer mit originellen Reimen zu überraschen. Reimt der Rapper in seinem Text sehen auf gehen, fein auf klein oder heart auf start, wird er dafür kaum Anerkennung ernten.

Denn solche Reime sind vorhersehbar und dadurch langweilig. Ein guter Rap-Text kennzeichnet sich also dadurch, dass er ein interessantes Thema behandelt und gekonnt mit der Sprache spielt.

 

  1. Tipp: ein guter Wortfluss

Ein Rap-Song kann zwar durch einen griffigen Beat oder eine einprägsame Melodie unterstützt werden. Doch das wichtigste Element ist das gesprochene Wort. Und dabei muss die Sprache im richtigen Fluss sein. Es ist nicht zwingend notwendig, dass der Text möglichst viele Wörter in einer möglichst schnellen Abfolge aneinanderreiht.

Auch ein Text, der aus weniger Wörtern besteht und langsamer gesprochen wird, kann überaus gelungen sein. Entscheidend ist vielmehr, dass der Rapper den Text flüssig und für die Ohren angenehm rund performt. Selbst der beste Text taugt am Ende nichts, wenn sich der Rapper ständig verhaspelt oder so nuschelt, dass niemand etwas versteht.

 

  1. Tipp: nicht um jeden Preis Publicity

Anders als ein Popsong, ein Schlager oder ein Volksmusikstück muss ein Rap nicht allgemeingültig sein. Ganz im Gegenteil darf und soll der Rap ein spezielles Thema behandeln und die ganz persönliche Handschrift des HipHop-Künstlers tragen. Dennoch stellt sich die Frage, ob und in welchem Ausmaß ein Rap-Text Gewalt verherrlichend, rassistisch, frauenfeindlich, diskriminierend oder mit Schimpfwörtern unterster Schublade gespickt sein darf.

Rapper selbst argumentieren bei dieser Frage zum einen mit der künstlerischen Freiheit. Zum anderen verweisen sie darauf, dass der HipHop gerade davon lebt, dass die eigene Meinung authentisch und auf den Punkt gebracht kommuniziert wird. Und wenn es darum geht, auf Missstände aufmerksam zu machen, muss es manchmal eben ein Text sein, der schockiert und aufrüttelt.

Die Kritiker halten dagegen, dass ein Künstler immer auch eine Vorbildfunktion hat. Kinder und Jugendliche, aber auch erwachsene Fans orientieren sich an ihm, eifern ihm nach und hören auf das, was er sagt. Letztlich muss natürlich jeder Rapper für sich selbst entscheiden, wo er die Grenzen seiner künstlerischen Freiheit zieht.

Zweifelsohne wird ein skandalöser Rap-Text mehr Aufmerksamkeit erregen und damit auch mehr Geld einbringen. Und selbst wenn der Song auf dem Index landet, wird er trotzdem oder gerade deswegen in aller Munde sein.

Andererseits muss sich ein guter Rap-Text die Publicity nicht um jeden Preis erkaufen. Überzeugt der HipHop-Künstler mit Qualität, kann er auf Skandale verzichten. Das Ziel des Rappers sollte also sein, mit seiner Musik und seinen Inhalten zu glänzen – und nicht durch Schlagzeilen.

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