Basisinfos rund um den DJ

Basisinfos rund um den DJ 

Ein DJ ist jemand, der Musik, die auf Tonträgern gespeichert ist, vor Publikum abspielt. Neben dem MCing, dem Breakdance und dem Graffiti-Wirting gehört das DJing dabei zu den vier Grundelementen des HipHop, aber DJs sind natürlich nicht nur im Bereich des HipHop zu finden. Weibliche DJs werden übrigens häufig als DJane, manchmal auch als She-DJ bezeichnet.

Hier die interessantesten und wissenswertesten Basisinfos
rund um den DJ in der Übersicht:
 

Die Geschichte des DJs

Das Kürzel DJ steht für Discjockey und bezeichnete ursprünglich einen Rundfunkmoderator, der im Radio Platten vorstellte. Nachdem Musik im Laufe der Zeit auch auf andere Medien verlagert wurde, wurden später Fernsehmoderatoren und Diskothekenansager ebenfalls DJs genannt. Als erster DJ, der in Vollzeit tätig war und ab 1911 in New York Tonträger präsentierte, gilt Elman B. Meyers.

Gute 20 Jahre später trat ebenfalls in New York mit Martin Block der erste Star-DJ in Erscheinung. Radio-DJs wie Alan Freed waren in den 1950er-Jahren maßgeblich am Durchbruch des Rock‘n‘roll beteiligt, wobei die Erfindung der Schallplatte 1948 Tonträger zu einem kreativen Medium und DJs zu einem Mythos der Popkultur gemacht hatte. Im Zuge des Discotrends der 1970er, dem HipHop und Rap der 1980er und dem Techno der 1990er etablierten sich DJs zunehmend als Klangkünstler und Produzenten.

Die Plattenspieler verwandelten sich allmählich vom reinen Abspielgerät zum Musikinstrument und mittels Scratching, Sampling, Remixen und Computertechnik konnten immer wieder neue Sounds und Beats kreiert werden. Die DJs sagten nicht mehr einfach nur Platten an und legten diese auf, sondern wurden selbst zu Stars mit eigener Musik und eigener Bühnenshow.

Bis heute spielen DJs eine bedeutende Rolle in der Musikindustrie, denn nicht selten beeinflusst beispielsweise die Programmauswahl im Radio die Verkaufszahlen und nicht wenige Tracks werden erst durch das Abspielen in Klubs überhaupt bekannt. 

Die verschiedenen Varianten von DJs

DJs übernehmen je nach Musikgenre und Tätigkeitsbereich sehr unterschiedliche Aufgaben. So gibt es beispielsweise die klassischen Pop-DJs, die hauptsächlich bei Rundfunkanstalten und in Diskotheken arbeiten und häufig ihren Lebensunterhalt auf diese Weise verdienen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das Publikum zu unterhalten. Daher ist weniger technisches Können gefragt, denn letztlich reicht es aus, die Platten in passender Reihenfolge und mit möglichst fließenden Übergängen aufzulegen. Entscheider ist vielmehr, die Platten so auszuwählen, dass sie den Geschmack des Publikums treffen und es bei Laune halten.

Event-DJs hingegen arbeiten nicht als Alleinunterhalter, sondern in Abstimmung mit dem Moderator und den Akteuren der Veranstaltung. Sie wählen einerseits Platten aus und legen diese auf, spielen anderseits aber immer wieder auch Jingles ein, die zur aktuellen Situation passen und das Publikum zum Klatschen, Mitsingen oder Tanzen animieren sollen. Event-DJs treten in erster Linie bei Sportereignissen auf, werden aber auch für geschäftliche und Lifestyle-Veranstaltungen gebucht.

Ein DJ-Team setzt sich typischerweise aus zwei DJs zusammen, die als Team unter einem bestimmten Namen auftreten, ansonsten aber unter ihrem eigenen Namen aktiv sind. DJ-Teams werden gerne gebucht, weil durch den individuellen Stil jedes DJs ein insgesamt breiteres Musikspektrum abgedeckt wird. Zudem entsteht eine Art Konkurrenzkampf, der dazu führt, dass sich die DJs gegenseitig puschen. Einige Teams wechseln sich bei einem Auftritt meist nach drei bis fünf Tracks ab, andere Teams stehen gemeinsam auf der Bühne. Eine weitere Variante sind

Goa-, Jungle-, House- und Techno-DJs.

Sie sind Profis im Bereich ihrer jeweiligen Musikrichtungen und kennen meist alle wichtigen Produzenten inklusive Pseudonymen. Viele dieser DJs hören sich mindestens einmal pro Woche durch Neuerscheinungen, die sie dann auch in ihr Repertoire aufnehmen. Bekannte DJs erhalten dabei mitunter von den Produzenten sogenannte Dubplates, spezielle Schallplatten, die in nur geringer Stückzahl produziert und unter anderem beim DJing verwendet werden. Zu den besonderen Kennzeichen dieser DJs gehört, dass sie versuchen, alle Platten in gleicher Geschwindigkeit abzuspielen und die einzelnen Elemente mittels Crossfader und Equalizer so zu vermischen, dass die Herkunft nicht mehr zugeordnet werden kann. Die Absicht dabei besteht darin, eine Art hypnotische Wirkung durch die Musik zu erzielen.

Daneben gibt es noch residente und unresidente DJs. Resident-DJs werden im Deutschen auch Stamm-DJs genannt und gemeint sind damit DJs, die in einer Disco, einem Club oder bei einem Rundfunksender fest unter Vertrag sind. Solche DJs sind in erster Linie für diesen einen Arbeitgeber tätig und haben großen Einfluss auf dessen Ruf und Image.

Unresidente DJs hingegen sind mit freischaffenden Künstlern vergleichbar. Das bedeutet, sie legen an unterschiedlichen Orten auf und wechseln regelmäßig ihre Arbeitsstätten. In den Anfängen hatten es diese DJs sehr schwer, denn sie hatten bestenfalls den Status eines Hilfsarbeiters im Gaststättengewerbe, der die Gäste unterhalten sollte.

Erst durch intensive Lobby-Arbeit ist es schließlich gelungen, dass die Tätigkeit als DJ als Beruf anerkannt wurde. Heute werden DJs von der ZAV-Künstlervermittlung betreut, können sich unter Umständen aber auch an die Bundesagentur für Arbeit wenden.     

DJs im HipHop

Ein besonderer Typ von DJs ist im Bereich des HipHop und des Turntablism zu finden. Im HipHop gilt das Auflegen als kreatives Ausdrucksmittel, weshalb auf das Wissen und Können im Umgang mit dem Plattenspieler als Instrument entsprechend viel Wert gelegt wird.

Dies begründet sich nicht zuletzt auch damit, dass die DJ-Tätigkeit zu den wesentlichen Bestandteilen der HipHop-Kultur gehört und das DJing eines der vier HipHop-Elemente ist. Die wichtigsten Techniken, auf die DJs im HipHop zurückgreifen, sind das Scratching, das Beatjuggling, das Backspinning und das Beatmatching.

Ein grundlegender Faktor für die Motivation von DJs im HipHop ist der Wettbewerb. So finden regelmäßig DJ-Battles statt, bei denen sich die DJs treffen, um sich miteinander zu messen und ihr Können vor einer Jury unter Beweis zu stellen. DJs im HipHop arbeiten üblicherweise mit vertikal aufgestellten Plattenspielern, weil so das Scratching nicht durch den Tonarm behindert wird. Bei diesem vertikalen Aufstellen der Plattenspieler wird vom Battle-Modus gesprochen.

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