Was ist Guerilla Gardening?

Was ist Guerilla Gardening?

Guerilla Gardening hört sich zwar gefährlich an, ist in Wahrheit aber ganz harmlos. Was einmal als Protestbewegung in tristen Straßen New Yorks begann, bringt heute durch gärtnerische Gestaltung natürliche Farbe an Stellen, an denen es niemand erwartet. Doch aus rechtlicher Sicht sind die Aktionen nicht ganz unbedenklich. Immerhin wird fremdes Eigentum verändert.

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Was ist Guerilla Gardening

Was ist denn nun genau ist Guerilla Gardening?

Ob öde Verkehrsinseln, graue Wände, hässliche Betonpfeiler oder brachliegende Freiflächen:

Auf solche tristen Orte zielt das Guerilla Gardening ab. Der Name setzt sich aus dem spanischen Wort Guerilla für kleiner Krieg und dem englischen Wort Gardening für Gärtnern zusammen.

Die Guerilleros wandeln graue, traurige Stellen in begrünte Kunstwerke und sprießende Landschaften um, indem sie unauffällig überraschende Pflanzungen vornehmen. Dazu streuen sie Samen rund um Baumscheiben und werfen Samenbomben auf Verkehrsinseln oder legen sie bei Spaziergängen und Radtouren heimlich an abgelegenen Orten ab. Samenbomben, auch Seedbombs genannt, sind kleine Kugeln aus Erde, Ton und Samen.

Sobald es regnet, keimen die Samen und die Pflanzen beginnen zu sprießen. Schließlich treffen sie auf einen Boden, auf dem sie ungestört wachsen können. Schon so manches verlassene Fabrikgelände hat sich auf diese Weise in eine bunte Blumenwiese verwandelt.

Eine andere Variante der Verschönerung ist das Moos-Graffiti. Die Basis dafür ist eine Paste aus Buttermilch, Erde und Moos. Zusammen mit etwas Wasser gestaltet der Graffitikünstler damit seinen Schriftzug oder ein Motiv auf einer Wand. Nach kurzer Zeit grünt das Moos und lässt ein wunderbares organisches Kunstwerk entstehen.

Wie hat das Guerilla Gardening begonnen?

Wie auch der HipHop hat das Guerilla Gardening seine Wurzeln in New York und startete als politisch motivierte Protestbewegung. In den 1970er-Jahren waren viele Straßen in New York von Ruinen und Geröllfeldern geprägt.

Sie waren von Abrissen übrig geblieben und dienten nur noch als Müllhalden oder Treffpunkte von Dealern. Eine kleine Gruppe von Gegnern wollte sich mit diesen Zuständen nicht länger abfinden.

Die „Sprengsätze“ waren schnell und einfach zusammengebaut. Dazu nahmen die selbsternannten Green Guerillas alte Christbaumkugeln und befüllten sie mit Torfgranulat, Dünger und Pflanzensamen von zum Beispiel Sonnenblumen, Nelken oder Sojabohnen.

Anschließend wurden die Kugeln gut durchgeschüttelt und verschlossen. Bei ihren Anschlägen warfen die Green Guerillas die Samengeschosse dann auf brachliegendes Gelände. Dadurch wurden die hässlichen Schandflecken in den Straßen zu bunten und fröhlichen Blumenwiesen.

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Wie hat sich das Guerilla Gardening seitdem entwickelt?

Das Guerilla Gardening setzte eine Revolution in Gang, die schon bald weit über die Grenzen von New York hinausgehen sollte. Die Idee verbreitete sich weltweit und hat heute mehr Anhänger als je zuvor. Allerdings geht es heute meist nicht mehr um politisch motivierte Proteste.

Im Vordergrund steht vielmehr, die Natur in die Städte zurückzubringen und triste Orte zu verschönern. Außerdem soll das Gärtnern Spaß machen und allen ermöglichen, sich an den bearbeiteten Flächen zu erfreuen und dort zu ernten.

Die heutigen Guerilleros sind mit Spaten, Blumenzwiebeln, Pflanzensamen und Gießkannen bewaffnet. Ihre Verschönerungen finden nicht mehr als heimliche Aktionen bei Nacht und Nebel, sondern oft ganz offiziell statt.

Die Ausrüstung für das Guerilla Gardening ist in Baumärkten und Gartencentern erhältlich. Samenbomben und die Zutaten für Moos-Graffiti lassen sich ganz einfach selbst herstellen oder in Online-Shops kaufen.

Allerdings ist es wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass die Pflanzaktionen auf fremdem Grund und Boden stattfinden. Die Eigentümer der Grundstücke sind dazu berechtigt, wie auch bei Graffiti, Sachbeschädigung und Zerstörung geltend zu machen.

Dass die Bepflanzung gute Absichten verfolgte und auf eine bewusste Verschönerung abzielte, ist keine Argumentation, die die deutsche Rechtsprechung zulässt. Andererseits dulden die Behörden die Guerilleros vielerorts.

Denn ihr Einsatz hat an vielen Stellen tatsächlich ein wesentlich schöneres Gesamtbild zur Folge.

Manche Kommunen gehen sogar noch einen Schritt weiter und bezuschussen das Guerilla Gardening mit Fördergeldern. Nachfragen kann sich also lohnen.

Was ist Guerilla Gardening (1)

Was ist beim Guerilla Gardening zu beachten?

Beim Guerilla Gardening kann jeder mitmachen. Wer nicht alleine losziehen möchte, kann sich bei Naturschutzverbänden und in Internetportalen informieren. Hier gibt es nicht nur Listen mit Pflanzen, die sich für die verschiedenen Orte eignen, und Anleitungen für selbstgemachte Samenbomben, sondern auch Workshops und Termine für geplante Pflanzaktionen.

Grundsätzlich sollten die Samen und Sprösslinge von einheimischen Arten stammen. Denn Insekten und Schmetterlinge sind bei ihrer Nahrungssuche auf solche Arten angewiesen.

Besonders gut zum Verschönern eignen sich Baumscheiben. Das sind die kleinen Flächen, die Straßenbäume umgeben. Bei Verkehrsinseln und generell an Straßen muss die Auswahl der Bepflanzung mit Bedacht erfolgen. Die Verkehrsführung kann es nämlich notwendig machen, dass sie einsehbar bleibt.

Pflanzen, die plötzlich dicht in die Höhe schießen, könnten die Sicht versperren und dadurch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gefährden.

Außerdem gibt es städtische Brachflächen, die zwar hässlich aussehen, für die Natur aber sehr wichtig sind. Eidechsen zum Beispiel brauchen die Sonnenseiten von freien Mauern, während einige Vogelarten auf Freiflächen angewiesen sind, weil sie auf dem Boden brüten.

An solchen Stellen würde das Guerilla Gardening eher schaden als nutzen. Andererseits geben die Städte zum Teil Brachflächen gezielt frei, damit sie im Sinne der urbanen Landwirtschaft bepflanzt werden können. Auch hier lohnt es sich, nachzufragen.

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Baujahr 1974, Name: Bernius Maliki - Dj und Rapper & Christian Gülcan Ex-Rapper, Tänzer, Grafifti-Writer- schreiben hier zu diversen HipHop Themen. Aufgewachsen in der Szene, Musik- Produktionen Radical Movement, Bad Taste Anfang 90. Mitglieder in Graffiti Crews, Tag ICE , Ende der 80er auch mehrere Jahre getanzt (Breakdance). Aktuell Betreuung Kinder im Freestyle HipHop Tanz.

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