7 Tipps fürs Graffiti-Sprühen

7 Tipps fürs Graffiti-Sprühen

Bis richtig gute Graffiti entstehen, dauert es seine Zeit. Denn das Skizzieren, Malen und Sprühen will geübt werden. Erst wenn die Techniken einigermaßen sitzen, kann der Graffiti-Künstler dazu übergehen, an seinem persönlichen Style zu arbeiten. Doch selbst dann ist noch nicht Schluss.

graffiti sprühen tipps

Vielmehr wird auch ein erfahrener Graffiti-Künstler immer wieder Neues ausprobieren und seinen Style stetig weiterentwickeln. Ein Meister ist also auch bei Graffiti noch nicht vom Himmel gefallen. Doch natürlich gibt es Tricks und Kniffe, die dabei helfen, mehr aus den eigenen Werken herauszuholen.

Hier sind sieben solcher Tipps fürs Graffiti-Sprühen!:

 

  1. Tipp: Flächen gleichmäßig füllen.

Damit ein Bild seine volle Wirkung entfalten kann, braucht es sauber ausgefüllte Flächen. Farbfelder, die fleckig aussehen oder bei denen der Untergrund durchschimmert, stören immer das Gesamtbild.

Für einen gleichmäßig deckenden Farbauftrag gibt es folgende Tricks:

  • Die Linien sollten immer schön nebeneinander gesetzt werden. Es wird also nicht kreuz und quer über die Fläche gesprüht, sondern eine Linie neben die andere Linie aufgetragen.
  • Unschöne Nasen lassen sich vermeiden, wenn der Graffiti-Künstler mehrere dünne Farbschichten übereinander aufträgt.
  • Für die Fläche selbst kann der Graffiti-Künstler einen Fat-Cap verwenden. Durch den breiten Sprühnebel füllt sich die Fläche sehr schnell. Damit die Nachbarflächen nicht zu viel Farbe abbekommen, sollte der Graffiti-Maler mit dem Fat-Cap aber nicht bis ganz zum Rand sprühen. Den Randbereich färbt er stattdessen mit einem Skinny-Cap ein.
  1. Tipp: Saubere Kanten sprühen.

Es kann recht schnell passieren, dass aus Versehen etwas Farbe in der benachbarten Fläche landet. Doch ein Bild wirkt besser, wenn jede Farbe sauber und ohne Verfälschungen durch andere Farbtöne erstrahlt. Farbnebel in Nachbarflächen lässt sich verhindern, indem der Graffiti-Maler die Dose so führt, dass der Sprühkopf von der Kante wegzeigt.

Er macht sich also die Sprührichtung zunutze. Dabei zeigt sein Zeigefinger, während er den Sprühknopf nach unten drückt, in die Fläche, die gerade ausgefüllt wird.

 

  1. Tipp: Ecken schneiden.

Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, läuft eine gesprühte Linie so gut wie immer rund aus. Damit klare Ecken entstehen, muss der Graffiti-Maler die Linien deshalb zuschneiden. Das gilt auch dann, wenn er möchte, dass seine Linien spitz auslaufen. Um die Linien zuzuschneiden, zieht der Graffiti-Maler mit der Farbe, die den Hintergrund bildet, eine weitere Linie. Auf diese Weise nimmt er die Rundung weg.

 

  1. Tipp: Ordentliche Outlines gestalten.

Die Outlines, also die Umrisslinien, sind sehr, sehr wichtig. Mit ihnen steht und fällt die komplette Bildwirkung. Wichtig ist deshalb, dass der Graffiti-Maler diese Linien solange übt, bis er sie richtig gut beherrscht. Beim Sprühen selbst sollte er sich Zeit lassen. Das Ziel ist nicht, die Linie in einer Bewegung zu ziehen. Viel wichtiger ist, was am Ende herauskommt.

Ein bewährter Tipp ist, die Linie vor dem Sprühen mehrfach mit der Dose entlangzufahren. Auf diese Weise simuliert der Graffiti-Maler die Bewegung und wenn er dann den Sprühknopf nach unten drückt, sitzt die Linie besser. Gut ist außerdem, wenn der Graffiti-Maler seine Outlines anfangs lieber etwas dicker anlegt. Denn so hat er mehr Möglichkeiten, die Linie zuzuschneiden und dadurch kleinere Fehler auszubessern.

 

  1. Tipp: Gleichmäßige Farbverläufe anlegen.

Farbverläufe sollten gleichmäßig sein und schön weich ineinander übergehen. Das gelingt am besten, wenn der Graffiti-Maler mit einem Soft- oder Fat-Cap arbeitet. Für kleine Flächen kann er auch zu einem Skinny-Cap greifen. Damit keine Flecken und anderen Unregelmäßigkeiten entstehen, ist es gut, wenn der Graffiti-Maler mit beiden Farben gleichzeitig arbeitet.

Dabei gilt:

Je weiter er mit der einen Farbe in die andere Farbe hineinsprüht, desto mehr muss er seinen Abstand zur Wand vergrößern. Während er die Dose anfangs also noch ziemlich nach an der Wand hält, geht er im weiteren Verlauf immer weiter davon weg, bis zum Ende hin nur noch ein ganz feiner Frühnebel ankommt.

Beim Anlegen von Farbverläufen passiert es gerne, dass die angrenzenden Bereiche auch Farbe abbekommen. Deshalb sollte sich der Graffiti-Maler vorher Gedanken machen, wann er seinen Farbverlauf einbaut. Denn es verursacht unnötige Arbeit, wenn drum herum eigentlich schon alles fertig war und der Graffiti-Künstler dann noch einmal nacharbeiten muss.

 

  1. Tipp: Den Hintergrund nicht vernachlässigen.

Je besser der Hintergrund ist, desto besser kommt auch das Graffiti zur Geltung. Deshalb sollte der Graffiti-Maler den Hintergrund nicht vernachlässigen. Die beste Lösung ist oft, die Wand vorher zu streichen oder einfarbig einzusprühen. Ein einheitlicher Hintergrund macht es nämlich einfacher, die Farbschichten deckend aufzutragen.

 

  1. Tipp: Nicht hetzen!

Ein gelungenes Graffiti ist nicht in einer halben Stunde fertig. Profis stehen mehrere Stunden vor der Wand, manchmal ziehen sich die Arbeiten sogar über zwei, drei Tage hinweg. Wenn Graffiti-Videos im Internet nach wenigen Minuten ein fertiges Bild zeigen, dann wurden lediglich die interessantesten Stellen zusammengeschnitten.

Schließlich wäre es auch nicht unbedingt unterhaltsam, über Stunden jeden noch so kleinen Farbspritzer mitzuverfolgen. Worum es aber geht, ist folgendes: Der Graffiti-Maler sollte sich Zeit nehmen. Gut Ding will eben Weile haben. Und dass der Graffiti-Maler sein Werk nicht im Hauruck-Verfahren an die Wand gedroschen hat, wird man dem Ergebnis ansehen.

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Veröffentlicht von

Bernius Maliki

Baujahr 1974, Name Bernius - schreibe ich hier zu diversen HipHop Themen, da ich selber in der Szene aufgewachsen bin, habe ich viel in den Bereichen Rap-Musik inklusive eigener Produktionen mitbekommen. Zudem war ich Mitglied in einer Graffiti Crew unter dem Tag ICE und habe Ende der 80er auch mehrere Jahre getanzt (Breakdance). Aktuell betreue ich meine Kinder im professionellen HipHop Tanz.

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