Anleitung: Graffiti auf T-Shirts

Anleitung: Graffiti auf T-Shirts

Fassaden, Mauern, Wände oder eventuell noch Leinwände – das sind wohl die typischen Untergründe für Graffiti. Doch nirgends steht geschrieben, dass die bunten Schriftzüge nicht auch auf Textilien gestaltet werden können. Schließlich gibt es sowohl Textilmalstifte als auch Textilsprühfarben.

Das Werkzeug bleibt somit ziemlich gleich. Nur kann der Graffiti-Maler sein Kunstwerk sogar mit sich herumtragen. Und wenn er ein T-Shirt, ein Sweatshirt oder einen Rucksack besprüht, macht er sich garantiert nicht strafbar.

Als kleine Anregung für das nächste Projekt hier also die Anleitung für Graffiti auf T-Shirts:

 

Graffiti auf T-Shirts – die Materialliste

  • T-Shirt, am besten aus Baumwolle (Auf Kunstfasern halten die Farben oft nicht.)
  • Textilfarben zum Sprühen
  • Textilmalstift in Schwarz oder Weiß für die Konturen
  • Folie oder Karton, Skalpell, Papier und Stift für die Schablone
  • Klebeband zum Fixieren der Schablone
  • Zeitung und Karton als Schutz

Graffiti auf T-Shirts – die Anleitung

Normalerweise werden bei Graffiti zuerst die Konturen gezeichnet. Danach werden die Buchstaben und sonstigen Flächen des Motivs mit Farbe ausgefüllt. Und zum Schluss sind der Hintergrund, Schatten, Highlights und andere kleine Details an der Reihe. Auf einem T-Shirt ist es aber sinnvoller, andersherum vorzugehen. Denn die Textilfarben auf dem Stoff verhalten sich ein wenig anders als Sprühfarben auf einer Wand.

Ein erfahrener Graffiti-Maler kann auf einem T-Shirt selbstverständlich genauso vorgehen wie auf jedem anderen Untergrund. Und wenn sich der Künstler kreativ austoben möchte, kann er frei Hand malen und sprühen. Doch wer nicht ganz so erfahren im Umgang mit den Spraydosen ist, tut sich leichter, wenn er mit einer Schablone arbeitet. Und wie das geht, erklären wir jetzt!

 

  1. Schritt: den Arbeitsplatz vorbereiten

Bevor es richtig losgeht, sollte erst einmal der Arbeitsplatz großzügig mit Zeitungspapier ausgelegt werden. Denn der feine Sprühnebel der Farben verteilt sich gerne überall. Eine große Putzaktion kann sich der Graffiti-Maler durch die Zeitung sparen. Außerdem sollte er ein Stück Karton in das T-Shirt schieben. Der Karton saugt etwas von der Farbe auf und verhindert dadurch, dass die Rückseite des T-Shirts eingefärbt wird.

Soll der Schriftzug einen farbigen Hintergrund bekommen, kann der Graffiti-Maler diesen jetzt anlegen. Dafür sprüht er mit den Textilfarben ein Feld auf sein T-Shirt. Ratsam ist aber, es bei hellen Farben zu belassen. Sonst besteht die Gefahr, dass die weiteren Farbschichten kaum zu sehen sind.

 

  1. Schritt: die Schablone anfertigen

Als nächstes ist die Schablone an der Reihe. Optimal ist, wenn der Graffiti-Maler seine Schablone aus Folie anfertigen kann. Denn so kann er das Motiv auf normales Papier zeichnen und später einfach unter die Folie legen. Außerdem lässt sich Folie gut schneiden, neigt nicht so sehr zu Knicken wie Karton und legt sich schön flach auf den Stoff. Pappe tut es zur Not aber natürlich genauso.

Welches Motiv der Graffiti-Maler wählt, bleibt selbstverständlich seinem Geschmack überlassen. Vielleicht hat er auch schon eine Vorlage, die er verwenden will. Möchte er einzelne Buchstaben oder einen Schriftzug gestalten, zeichnet er so, wie es bei Graffiti üblich ist. Darauf gehen wir gleich noch einmal genauer ein.

Das fertige Motiv überträgt der Graffiti-Maler jedenfalls auf sein Schablonenmaterial. Anschließend schneidet er die Innenflächen ordentlich aus. Dabei muss er aber im Hinterkopf haben, dass alle Flächen, die er aus der Schablone ausschneidet, später auf dem T-Shirt zu sehen sein werden.

Das heißt andersherum auch, dass die Flächen, die er nicht ausschneidet, auch nicht auf dem Stoff erscheinen werden. Soll das Motiv dreidimensional erscheinen, muss der Graffiti-Maler deshalb die Konturen und die parallel dazu versetzten Linien ausschneiden. Die andere Möglichkeit ist, dass er zwei Schablonen anfertigt – einmal nur dem Motiv und einmal mit dem 3D-Block.

 

Kleines Extra: Graffiti-Buchstaben zeichnen

Das klassische Motiv für ein T-Shirt im Graffiti-Style ist ein Schriftzug. Oder zumindest ein einzelner Buchstabe. Dabei ist die Vorgehensweise beim Zeichnen von Buchstaben so:

  • Zuerst zeichnet der Graffiti-Maler den jeweiligen Buchstaben als ganz normalen, einfachen Druckbuchstaben.
  • Anschließend ersetzt er jede Linie des Buchstabens durch einen Balken. Dabei können die Balken ruhig unterschiedliche Breiten haben. Außerdem müssen sie nicht gerade verlaufen, sondern können auch schräg oder gebogen sein. Damit ist die Grundform des Buchstabens fertig.
  • Jetzt zieht der Graffiti-Maler die Konturen seines Buchstabens nach. Die Stellen, an den sich zwei Balken überschneiden, lässt er weg. Er zieht also nur die äußeren Umrisslinien nach. Diese Linien heißen im Fachjargon Outlines. Ein geübter Graffiti-Maler würde übrigens die beiden ersten Schritte weglassen und direkt mit den Outlines beginnen.
  • Damit der Buchstabe Tiefe bekommt, versetzt der Graffiti-Maler den Buchstaben jetzt schräg zu einer Seite hin. Dafür zieht er von jeder Ecke des Buchstabens eine kurze Linie. Wichtig dabei ist, dass die Linien möglichst gleichlang sind und alle im gleichen Winkel in eine Richtung verlaufen. Diese Linien verbindet der Graffiti-Maler dann miteinander. Auf diese Weise entstehen Konturen, die parallel zu den Outlines des Buchstabens angeordnet sind. Gleichzeitig ergibt sich ein 3D-Effekt. Im Graffiti wird an dieser Stelle vom 3D-Block oder einfach nur Block gesprochen.

Hier das Ganze noch einmal im Bild mit einem schlichten E als Beispiel:

[Graffiti T-Shirt]

Graffiti T-Shirt

  1. Schritt: den Schriftzug sprühen

Die Schablone legt der Graffiti-Maler jetzt an der gewünschten Stelle auf das T-Shirt. Damit nichts verrutscht, kann er die Schablone mit ein paar Klebestreifen fixieren. Anschließend sprüht er die Innenflächen der Schablone aus. Dazu schüttelt er die jeweilige Farbdose einmal kräftig durch und sprüht die Farbe dann gleichmäßig auf.

Damit die Farbe nicht unter die Schablone läuft, sollte der Graffiti-Maler aber immer nur senkrecht von oben sprühen und gute zehn Zentimeter Abstand zum Stoff einhalten. Ratsam ist außerdem, den Sprühknopf schon über der Zeitung nach unten zu drücken und die Dose dann erst über die Schablone zu bewegen. Sollte die Farbe anfangs kleckern, landen die dicken Farbtropfen so nämlich auf der Zeitung.

Je nachdem, wie das Motiv aussehen soll, kann der Graffiti-Maler jetzt mehrere Farben übereinander legen, die einzelnen Flächen unterschiedlich einfärben oder Farbverläufe gestalten. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, nimmt der Graffiti-Maler die Schablone vorsichtig ab. Dann müssen die Farben trocknen. Je nach Farben und Dicke der Farbschichten kann das durchaus ein paar Stunden dauern.

 

  1. Schritt: den Schriftzug ausarbeiten

Sind die Farben trocken, folgt der Feinschliff. Dazu zieht der Graffiti-Maler zuerst die Outlines mit einem Textilmalstift nach. Je nach Farbgestaltung bietet sich dazu ein schwarzer oder weißer Stift an. Anschließend kann der Graffiti-Maler sein Motiv weiter ausgestalten – entweder mit Malstiften oder Sprühfarben. Dabei kann er beispielsweise Lichtpunkte setzen, Schatten gestalten oder feine Muster ziehen. Dann müssen auch diese Farbschichten wieder trocknen.

 

  1. Schritt: die Textilfarben fixieren

Textilsprühfarben müssen oft nicht gesondert fixiert werden. Nach dem Trocknen sind sie waschecht. Besser ist aber, das T-Shirt sicherheitshalber zu bügeln. Dazu wird die Bemalung mit Backpapier oder einem Baumwolltuch abgedeckt. Die Hitze fixiert die Farben zusätzlich, so dass das T-Shirt problemlos auch bei höheren Temperaturen in der Waschmaschine gewaschen werden kann. Und damit ist das Graffiti T-Shirt fertig!

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Thema: Anleitung: Graffiti auf T-Shirts

Veröffentlicht von

Bernius Maliki

Baujahr 1974, Name Bernius - schreibe ich hier zu diversen HipHop Themen, da ich selber in der Szene aufgewachsen bin, habe ich viel in den Bereichen Rap-Musik inklusive eigener Produktionen mitbekommen. Zudem war ich Mitglied in einer Graffiti Crew unter dem Tag ICE und habe Ende der 80er auch mehrere Jahre getanzt (Breakdance). Aktuell betreue ich meine Kinder im professionellen HipHop Tanz.

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