Bessere Kontrolle über die Spraydose – 5 Tipps

Bessere Kontrolle über die Spraydose – 5 Tipps

Ein guter Writer oder Sprayer kennzeichnet sich dadurch, dass er zwei grundlegende Disziplinen beherrscht. Die erste Disziplin ist, dass er ansprechende Bilder und aussagekräftige Styles entwerfen kann.

Spraydose Graffiti

Und die zweite Disziplin besteht im gekonnten Umsetzen dieser Entwürfe mit der Spraydose. Das Entwerfen von Bildern muss nicht unbedingt mit der Dose erfolgen. Oft ist es sogar besser, verschiedene Elemente erst einmal mit Stiften auf Papier auszuprobieren.

Um die Ideen und die besten Skizzen dann aber an die Wand zu bringen, wird der Griff unweigerlich zur Dose gehen. Eine große Gemeinsamkeit gibt es allerdings zwischen den beiden Disziplinen: Beide erfordern Übung.

 

Die richtige Dose mit dem passenden Sprühkopf

Vor allem für Anfänger ist eine gute und sichere Kontrolle über die Spraydose ein wichtiger Faktor. Denn der beste und schönste Entwurf bringt am Ende nicht viel, wenn ihn der Sprayer auf der Wand nicht vernünftig umsetzen kann. Optimal ist, wenn der Sprayer an beiden Fertigkeiten gleichzeitig arbeitet. Wenn er also regelmäßig entwirft, zeichnet und skizziert und die besten Entwürfe dann zeitnah auf der Wand gestaltet. Im Laufe der Zeit entwickelt er dadurch ganz automatisch ein Gefühl für die Spraydosen.

Zunächst einmal sollte sich der Sprayer aber das Equipment anschauen. Denn Dose ist nicht gleich Dose. Aus Hochdruckdosen beispielsweise strömt viel Farbe aus, während bei Niedrigdruckdosen deutlich weniger Farbe austritt. Zudem sind die Druckpunkte verschieden. Der Druckpunkt entscheidet darüber, wie viel Druck der Sprayer mit seinem Finger ausüben muss, damit Farbe ausströmt.

Eine weitere wichtige Komponente ist der Sprühkopf. Er hat Einfluss darauf, wie die Farbe austritt. Die Dosen kommen zwar mit Standard-Sprühköpfen daher. Allerdings sind sie durch den hohen Druck in der Handhabung nicht ganz einfach. Besser ist deshalb, wenn sich der Sprayer zu seinen Dosen gleich noch ein paar andere Sprühköpfe dazukauft.

 

5 Tipps für eine bessere Kontrolle über die Spraydose

Als Anfänger macht es durchaus Sinn, verschiedene Produkte durchzuprobieren, um so die Dose und den Sprühkopf zu finden, die für die eigenen Bilder optimal geeignet sind. Am Ende ist aber die richtige Technik der Schlüssel für eine gute Kontrolle über die Spraydose.

Ein geübter und erfahrener Writer oder Sprayer ist in seiner Motorik so sicher, dass er seine Linien fast immer in der Form und an der Stelle platzieren kann, wie er sich das gedacht hat. Welche Dose und welchen Sprühkopf er dabei verwendet, ist zweitrangig. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.

Und damit es ein bisschen schneller geht, haben wir fünf Tipps zusammengestellt, die zu einer besseren Dosenkontrolle verhelfen:

 

  1. Tipp: Die richtige Geschwindigkeit beim Sprühen

Für kontrollierte Linien spielt das Tempo eine entscheidende Rolle. Sprüht der Sprayer zu schnell, entsteht keine durchgehend deckende Linie. Ist er hingegen zu langsam, laufen Nasen von der Linie herunter. Beides sieht unsauber aus und stört das Gesamtbild.

Wichtig ist also, dass der Sprayer die Geschwindigkeit seiner Hand an seine Dose und seinen Sprühkopf anpasst. Bei einem breiten Sprühkopf beispielsweise muss er ein flottes Tempo wählen, wenn er eine dünne Linie hinbekommen möchte. Allerdings wird es dadurch recht schwer, die Linie auch noch an der gewünschten Stelle zu platzieren. Bei einem schmalen Sprühkopf hingegen kann der Sprayer die Sache etwas ruhiger angehen. Nur zu langsam darf er nicht werden, sondern verläuft die Linie.

 

  1. Tipp: Der optimale Abstand zur Wand

Neben der Geschwindigkeit ist der Abstand zur Wand ein entscheidender Faktor für kontrollierte Linien. Denn vom Abstand hängt zum einen ab, wie breit die Linien werden, und zum anderen, wie hart oder weich sie aussehen.

Für schmale und harte Linien wird der Sprayer in aller Regel ziemlich nah an der Wand und mit höherem Tempo arbeiten. Im Unterschied dazu wird er den Abstand größer wählen und langsamer sprühen, wenn er weiche Linien oder Farbverläufe gestalten will.

 

  1. Tipp: Den ganzen Körper einsetzen

Grundsätzlich sollten Linien durchgehend gestaltet werden. Denn wenn der Sprayer zwischendurch stoppt und dann wieder neu ansetzt, wird es schwer, den Schwung der Linie so fortzusetzen, dass es hinterher nicht mehr auffällt. Vor allem bei großen Bildern heißt das für den Sprayer aber, dass er mit seinem ganzen Körper arbeiten muss.

Die Bewegungen kommen also nicht nur aus dem Arm. Stattdessen sind auch die Schultern, der Oberkörper, die Hüfte und die Knie beteiligt. Mitunter kann es sogar notwendig sein, dass der Sprayer seiner Linie im Gehen oder Laufen folgt.

Außerdem sollte der Sprayer darauf achten, dass er einen sicheren Stand hat und sich frei bewegen kann. Meist ist ein breitbeiniger Stand dabei die beste Position.

 

  1. Tipp: Die Fingerposition auf dem Sprühkopf

Vor allem wenn es darum geht, sehr feine Linien zu gestalten, beispielsweise bei Umrandungen oder kleinen Details, spielt die Position des Fingers auf dem Sprühkopf eine wichtige Rolle. Denn je nachdem, wo und wie der Sprayer auf den Sprühkopf drückt, kann er Einfluss darauf nehmen, mit welchem Druck die Farbe austritt. Reduziert er den Druck auf ein Minimum, kann er folglich sehr feine Linien sprühen oder auch gezielt Spritzer und Sprenkel gestalten.

Positioniert der Sprayer seinen Finger vorne auf dem Sprühkopf, drückt er diesen gerade nach unten. Der Druck ist dadurch groß und es tritt viel Farbe aus. Platziert der Sprayer seinen Finger hingegen im hinteren Bereich, drückt er den Sprühkopf eher schräg nach unten. Da der Druck dabei viel geringer ist, strömt auch nur wenig Farbe aus der Dose. Der Sprayer kann so bei geringem Tempo kontrolliert ganz feine Linien ziehen.

 

  1. Tipp: Den Füllstand der Dose nutzen

Je voller eine Dose ist, desto größer ist der Druck, mit dem die Farbe austritt. Andersherum ist der Druck umso niedriger, je leerer die Dose ist. Ein geringer Druck wiederum sorgt für dünne, feine Linien. Ist der Writer oder Sprayer noch nicht ganz so geübt, sollte er deshalb im Blick behalten, wie voll seine Spraydosen sind.

Für breite Linien und größere Farbflächen kann er bedenkenlos zu vollen Dosen greifen. Möchte er aber sehr feine Linien, dünne Umrisslinien oder kleine Details gestalten, ist er mit angebrochenen, eventuell sogar fast leeren Dosen besser beraten. Denn sie sorgen zwangsläufig dafür, dass der Sprayer mit wenig Druck malen kann.

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