20 Deutsch-Rap-Songs mit Kultstatus, Teil 2

20 Deutsch-Rap-Songs mit Kultstatus, Teil 2

So wirklich lang ist die Geschichte des Deutschraps nicht. Erst in den 1990er-Jahren schafften es die ersten Songs in die Charts. Trotzdem hat das Genre in der recht kurzen Zeit eine große Entwicklung erlebt, verschiedenste Künstler hervorgebracht und sich immer wieder neu erfunden.

20 Deutsch-Rap-Songs mit Kultstatus, Teil 2

Heute verzeichnet der deutsche Rap eine enorme Vielfalt, die die ganze Bandbreite von Spaß- und Pop-Rap über Gangster-Rap bis hin zu politischem Rap umfasst.

Und natürlich gibt es Tracks, die Musikgeschichte geschrieben haben und prägende Meilensteine geworden sind. In einer mehrteiligen Liste nennen wir 20 Deutsch-Rap-Songs mit Kultstatus.

In Teil 1 ging es mit den ersten sieben Tracks los.
Hier ist Teil 2!:

  1. Das Urteil von Kool Savas, 2005

Eko Fresh, einst der Zögling von Kool Savas, hatte in seinem Song Die Abrechnung einen Rundumschlag gegen die Größen der Rap-Szene gewagt. Auch und vor allem Kool Savas bekam dabei sein Fett weg. Natürlich konnte der Rapper, der damals – und nach Ansicht vieler auch heute noch – als King of Rap galt, das so nicht auf sich sitzen lassen. In meisterlicher Manier ließ er sich auf das Battle ein.

Das Intro für den Diss-Track steuerte niemand Geringeres als 50 Cent bei. Danach folgt eine Abrechnung, in der jedes einzelne Wort wohl durchdacht und zielgenau gerappt ist. Der Song sollte zu einem musikalischen Meilenstein in der Geschichte des Battle-Raps werden und prägenden Einfluss auf alle Battles haben, die danach noch folgten.

Die Nachfrage nach dem Track war so gewaltig, dass die Server seinerzeit beim Gratis-Download zusammenbrachen. Klar, dass Kool Savas das Battle für sich entschied. Für Eko Fresh bedeutete das nicht nur eine Niederlage, sondern zugleich den Verlust seiner Anerkennung in der Rap-Szene.

  1. Vendetta von Bushido feat. Chakuza feat. Eko Fresh, 2006

Sonny Black alias Bushido hat mit seinen Labels “Aggro Berlin” und “Ersguterjunge” die deutsche Rap-Szene so nachhaltig geformt, beeinflusst und nach vorne gebracht, wie kaum ein anderer Künstler. So mancher No-Name konnte von seinen großen Erfolgen profitieren.

Das Gangster-Image, das einst den Grundstein für seinen Ruhm legte, holt ihn zwar immer wieder ein. Doch mit Blick auf seine Songs spielt das keine Rolle. Sie haben nach wie vor eine große Fangemeinde.

Bushido zählt zu den erfolgreichsten Rappern in Deutschland. Für zwölf seiner Alben gab es Auszeichnungen und sein fünftes Soloalbum 7 stand zwei Wochen lang auf Platz 1 der Charts. Damit verkaufte kein anderer Rapper mehr Deutschrap-Alben als er.

Die Single Vendetta vereint all das, was zu Bushidos Erfolgsrezept gehört und seine Fans begeistert. Maßlose Übertreibungen, Geprotzte mit dem Label, Angeberei mit seinen Erfolgen, sein Status in der Szene und Berlin sind die Themen. Dazu kommt das klare Ziel, die Konkurrenz verbal in die Schranken zu weisen. Dafür greift er auf ein recht einfaches Mittel zurück.

Er holt sich nämlich Verstärkung ans Mikrofon, am liebsten von Chakuza. Der eher schüchterne Österreicher sorgt mit seiner tiefen und rauen Stimme für ein besonderes Flair. Die Single war neun Wochen lang in den Single-Charts gelistet. 

  1. Hamma von Culcha Candela, 2007

Sechs Wochen lang Platz 1 der Single-Charts, Sommerhit des Jahres 2007 und eine Platin-Schallplatte: Der sechsköpfigen Rap-Gruppe bescherte Hamma einen echten Hammer-Erfolg.

Eigentlich aber auch kein Wunder, denn bei dem Song kommen zwei Dinge zusammen. Das eine ist der lässige Sound mit seinen coolen Rhythmen. Das andere sind die Inhalte. Ein Typ erzählt rappend davon, wie ihn eine Frau mit dem, was sie tut und wie sie es macht, faszinierend.

Frauen möchten begehrt werden, Männer sollen sie lieben und ihnen zu Füßen liegen. Mit viel guter Laune ist der Song eine wahre Hommage an alle Frauen.

Der Track ist ein Song für die Ewigkeit und bis heute einer der beliebtesten Rap-Songs überhaupt. Die Band feierte damit ihren Durchbruch und beschloss angesichts des großen Erfolgs, den Culcha-Sound ins Leben zu rufen.

Wie die buntgemischte Band soll er kulturelle und musikalische Einflüsse verbinden und für gute Laune sorgen.

  1. Das geht ab von Die Atzen, 2007

Es dürfte kaum ein besseres Beispiel für einen Kultsong und zugleich einen echten Partykracher geben als diesen Song. Die HipHop-Künstler Frauenarzt und Manny Marc konnten für ihren Song Platin einheimsen.

Der Track klettere bis auf Platz 8 in den Charts und blieb dort satte 70 Wochen lang vertreten. Er ist so berühmt, dass die Hertha BSC den Song sogar zum Vereinssong des Fußballclubs umschrieb. Inzwischen wurde der Track in mehreren Versionen veröffentlicht. Auch in Österreich und der Schweiz feierten die Atzen große Erfolge damit.

Dabei ist das Erfolgsrezept ziemlich simpel: eine knackige Hookline, eingängige Techno-Beats, partyfreudige Interpreten und ein Text, der selbst im Vollrausch noch gut über die Lippen kommt. Party, Feiern, Frauen und gute Laune stehen im Mittelpunkt. Und diese Stimmung steckt einfach sofort an.

  1. Stadtaffe von Peter Fox, 2008

Peter Fox, der Frontmann von Seeed, geht mit diesem Song als Solo-Künstler eigene Wege. Und die führen ihn durch sein Berlin – mit all den Affen. Ein Text voller Bilder, perfekt gerappte Verse, ein eingängiger Beat und originelle, geschickt eingebaute Soundeffekte verleihen dem Track das gewisse Etwas. Genau so und nicht anders klingt Berlin.

Der Song erreichte Platz 4 und hielt sich insgesamt 51 Wochen in den deutschen Single-Charts. Das gleichnamige Album schaffte es sogar auf die Spitzenposition der Album-Charts.

  1. Leider geil von Deichkind, 2012

Den Hamburger HipHop-Elektro-Punkern brachte der Song Gold in Deutschland und Österreich ein. Dazu gab es eine Platzierung in den deutschen Single-Charts auf Platz 6. Und leider geil ist längst zu einem geflügelten Wort geworden.

Der Text ist eine Aneinanderreihung von allen möglichen Dingen, die eigentlich nicht gut sind, und zeilenweise mit leider geil kommentiert werden.

Unterm Strich fassen die ganzen Aussagen den Zeitgeist der Gesellschaft zusammen. Sie bringen auf den Punkt, wie der Alltag abläuft, wie die Gesellschaft tickt und warum gerade das, was angeblich schlecht ist, so viel Spaß macht.

Letztlich geht es darum, dass jeder sein eigenes Ding macht, auch wenn er damit anderen vielleicht auf die Füße tritt. Wirklich neu ist das nicht. Aber Deichkind setzt es einfach gut um.

  1. Du bist Boss von Kollegah, 2014

Boss, King, Rekordbrecher – das sind Beschreibungen, die durchaus auf Kollegah zutreffen. Der Ausnahme-Künstler ist längst zu einer überaus erfolgreichen Marke im Deutsch-Rap geworden. Der Song verkörpert, was der Rapper erschaffen und geschafft hat.

Das fängt bei seinem Musiklabel und der eigenen Klamottenmarke an, geht mit unzähligen Preisen und Auszeichnungen weiter und endet bei seinem unerreichbaren Status. Kollegah ist ein Virtuose der gereimten Verse. Es gibt kaum einen Kollegen, der Worte auch nur annähernd so klug, so geschickt, so schlagfertig und so provokant in Reime verpacken und zielsicher einsetzen kann wie er.

Du bist Boss zeichnet sich nicht durch außergewöhnliche Beats aus und der Text beschäftigt sich hauptsächlich mit Kollegah selbst. Aber die Statements sind so gekonnt gesetzt, dass kein Raum für Gegenargumente bleibt.

Dazu kommen die rasend schnellen Raps, die ihm erst einmal einer nachmachen muss. Kollegah versteht es in Perfektion, seine Fans zu pushen und seine Kritiker zu provozieren. In den Charts schaffte es die Single nur auf Platz 36. Doch unter seinen Fans ist der Track längst Kult.

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Baujahr 1974, Name: Bernius Maliki und Christian Gülcan- schreiben wir hier zu diversen HipHop Themen, da ich selber in der Szene aufgewachsen bin, habe ich viel in den Bereichen Rap-Musik inklusive eigener Produktionen mitbekommen. Zudem war ich Mitglied in einer Graffiti Crew unter dem Tag ICE und habe Ende der 80er auch mehrere Jahre getanzt (Breakdance). Aktuell betreue ich meine Kinder im professionellen HipHop Tanz.
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