Infos und Tipps zum Entfernen von Graffiti

Infos und Tipps zum Entfernen von Graffiti 

Graffiti sind keineswegs eine Erfindung der Neuzeit, denn bereits im alten Pompeji gab es Mauern und Wände mit Schriftzügen und diversen Bildern. 1968 kam in den USA der Trend auf, die Wände mit seinem Namen und der Straßennummer zu beschriften.

Für diese Schriftzüge wurden Filzstifte verwendet, die heute üblichen, mittels Sprühdosen erstellten Graffiti gibt es seit Anfang der 1970er-Jahre. 

Gute zehn Jahre später konnte sich die sogenannte Graffiti-Art insbesondere in New York als neue, anerkannte Kunstrichtung etablieren. Bis heute gehen die Meinungen über Graffiti jedoch weit auseinander. Die einen bewerten die bunten, teils sehr aufwändigen Schriftzüge und Bilder als echte Kunstwerke, die für schöne und farbenfrohe Akzente in den ansonsten oft tristen, betongrauen Städten sorgen.

Für andere hingegen sind Graffiti nichts anderes als hässliche Schmierereien. Dies liegt sicherlich nicht zuletzt auch daran, dass ein großer Teil der Graffiti eben keine Auftragsarbeiten sind, sondern ohne Zustimmung der jeweiligen Eigentümer auf beispielsweise Fassaden, Garagentore oder Wände von Haltestellen aufgebracht werden. Bei solchen Graffiti handelt es sich um Sachbeschädigungen, die sowohl straf- als auch zivilrechtliche Konsequenzen haben können.

Um die Sprayer aus der Illegalität zu holen, gibt es in zahlreichen Städten mittlerweile unterschiedliche Projekte, Aktionen und Wettbewerbe, bei denen die Sprayer ganz legal Flächen gestalten und dabei die Möglichkeit haben, ihr Können unter Beweis zu stellen. Aber oft ist es gerade der Reiz des Verbotenen, der insbesondere Jugendliche zu illegalen Graffiti verleitet.  

Infos und Tipps zum Entfernen von Graffiti

Wer ein unerwünschtes Graffito an seiner Hauswand oder seinem Garagentor entdeckt, wird sich vermutlich keine Gedanken darüber machen, ob es sich dabei um ein Kunstwerk oder eine Schmiererei handelt oder welche Motivation dahinter steckt.

Stattdessen wird er vielmehr bestrebt sein, das Graffito schnellstmöglich zu entfernen. Bevor Reinigungsmaßnahmen gestartet werden können, ist aber wichtig, sich über die Beschaffenheit des Baustoffs zu informieren. Andernfalls besteht die Gefahr, dass zwar das Graffito entfernt ist, gleichzeitig aber auch die Oberfläche der Fassade oder des Garagentores Schaden nimmt.

Je nach Oberfläche kommen dann unterschiedliche Verfahren zur Beseitigung von Graffiti in Frage: 

  

Manuelles Entfernen

Dieses recht einfache Verfahren kommt vor allem bei glatten und saugfähigen Oberflächen zur Anwendung und basiert darauf, dass die Farben abgewaschen werden. Dazu wird ein Reiniger aufgetragen, der nach einer bestimmten Einwirkzeit dafür sorgt, dass die Farbschicht aufquillt.

Die abgelöste Farbschicht wird dann mit dem Reiniger verrieben und das Gemisch aus Farben und Reiniger mit einem saugfähigen Material aufgenommen. Zum Schluss wird die Oberfläche mit Wasser gründlich abgewaschen. 

Mechanisches Entfernen mit dem Niederdruck-Feuchtstrahlverfahren

Mit dieser Methode wird häufig bei Graffiti auf Fassaden und Mauern gearbeitet. Die Anteile von Druck und Wasser werden auf die jeweilige Fläche abgestimmt und anschließend wird das Gemisch aus Luft und Strahlmittel in wechselnden Winkeln auf die Fläche gestrahlt.

Nachteilig an diesem Verfahren ist aber, dass auf gestrichenen Fassaden meist Schatten zurückbleiben. Diese Schatten können zum einen die Folge von Farbresten sein, die bereits in den Anstrich eingedrungen sind.

Zum anderen können sie durch die Farbunterschiede zwischen dem Anstrich und dem darunterliegenden Mörtel entstehen, denn das Abstrahlen löst auch Bestandteile des Putzes an. 

Chemische Entfernung mit dem Heißwasser-Hochdruckstrahlverfahren

Dieses Verfahren bietet sich an, um eingetrocknete Graffitifarben von Fassaden und anderen Oberflächen zu entfernen. Dabei wird zunächst ein Reiniger aufgetragen, der pastenartige Konsistenz hat und die Farbschicht anlöst. Nachdem grobe Pastenreste entfernt sind, wird die zu reinigende Fläche mit 80 Grad warmem Wasser und einem Wasserdruck von 120 bar abgestrahlt.

 

Ist die Fassade mit einer temporären Schutzschicht ausgestattet, kommt das Heißwasser-Hochdruckstrahlverfahren ebenfalls zur Anwendung. Auf die chemische Vorbehandlung mittels Reiniger wird dabei aber verzichtet.

Stattdessen werden die Wassertemperatur und der Wasserdruck auf die vorhandene Schutzschicht abgestimmt und die Fläche wird mehrere Male kurz abgestrahlt. Dadurch erwärmt sich die Fläche und der Schutzfilm quillt auf. Mit dem heißen Wasserstrahl wird das Graffito dann in seitlichem Winkel von der Wand abgewaschen. Die Schutzschicht selbst, die nach der Reinigungsmaßnahme erneuert werden muss, kann entweder ebenfalls abgewaschen oder wie eine Art Schutzfilm abgezogen werden.

Entfernung mit dem Laserverfahren

Durch die Lasertechnik wird es möglich, sehr gezielt zu arbeiten. Zudem ergibt sich der große Vorteil, dass die Oberfläche keinen Schaden nimmt. Dies liegt daran, dass der Laser mit einer sehr hohen Lichtleistung auf die Farbschicht strahlt und die Farbteilchen dadurch innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde abplatzen.

Hinzu kommt, dass die Lasertechnik insgesamt die umweltfreundlichste Methode ist, weil sie auf Lösungsmittel verzichtet.

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