Die Pioniere des West Coast HipHop im Kurzportrait

Die Pioniere des West Coast HipHop im Kurzportrait 

Der West Coast HipHop entwickelte sich als Bewegung innerhalb des HipHop in den 1980er-Jahren an der Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika.

Den Grundstein legten Künstler, die zum überwiegenden Teil aus Los Angeles stammten und durch ihren teils sehr eigenen und charakteristischen Stil ein musikalisches Gegenwicht zu dem bis dahin bekannten, von dem aus New York an der Ostküste stammenden HipHop bildeten. Die Anfänge des West Coast HipHop bestanden einerseits in Gangsta Rap und andererseits in einer Stilrichtung, die als Electro Hop bezeichnet wurde. 

Beim Electro Hop handelte es sich um eine Musikrichtung, die in erster Linie als Tanzmusik ausgelegt war und insofern auf recht große Kritik bei den meisten Hip-Hop-Künstlern stieß. Seinen großen und nationalen Durchbruch erlebte der Hardcore Gangsta Rap von der Westküste in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre.

Seinerzeit machten Künstler wie Toddy Tree durch Singles wie “Batterram” oder Ice-T durch sein Album “6`n da Mornin`” auf sich aufmerksam. Ice.T`s Nachfolgealbum “Rhyme Pays”, das 1987 auf den Markt kam, war das erste Album von der Westküste, das sich nicht nur unerwartet gut verkaufte, sondern auch von den Kritikern ernst genommen wurde.

Im gleichen Jahr erschein das Album “N.W.A and the Posse” von der Band N.W.A, das dem West Coast HipHop zu weiteren Erfolgen verhalf. Gleichzeitig führten diese Erfolge aber auch dazu, dass die Bedeutung des Electro Hop immer weiter zurückging, der sich letztlich kommerziell nie durchsetzen konnte und vom Markt verschwand. Der erste große Gangsta Rap Erfolg des West Coast HipHop erschien ein Jahr später mit dem Album “Straight Outta Compton” von N.W.A.

Besondere Kennzeichen dieses Albums waren die Mischung aus bis dahin unbekannten Hardcore-Elementen, die die Handschrift von Künstlern wie Ice-T, Kid Frost oder Cypress Hill trugen, der einschlägigen Musik, die an MC Hammer erinnerte, sparsamen Beats sowie humoristische Einlagen ähnlich wie bei Digital Underground. Hinzu kam eine sehr offene, teils brutale Sozialkritik, die Songs wie beispielsweise “Fuck tha Police” einerseits großen Erfolg beherrschte, andererseits aber auch zu großen Diskussionen und viel Aufregung führte.

 

Hier nun einige der wichtigsten Pioniere des West Coast HipHop im Kurzportrait:

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N.W.A, was als Abkürzung für Niggaz Wit Attitudes steht, war eine HipHop-Band aus Compton bei Los Angeles. Zu den Bandmitgliedern gehörten Dr. Dre, Ice Cube, MC Ren, Eazy-E, DJ Yella und zweitweise Arabian Prince. Der größte Erfolg der Band, der auch zu ihrem internationalen Durchbruch führte, war der Song „Fuck tha Police“. 

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Ice-T, der mit bürgerlichem Namen Tracy Marrow heißt, kam 1958 in Newark, New Jersey zur Welt, wuchs aber in Los Angeles auf. Der Musiker und Schauspieler veröffentlichte zwischen 1983 und 1986 einige Singles, sein von Afrika Islam produziertes Debütalbum erschien jedoch erst 1987.

Seinen großen Durchbruch hatte Ice-T mit der Single „I`m Your Pusher“ auf dem Folgealbum „Power“. Mit seiner 1992 gegründeten Band Body Count sorgte er vor allem mit dem Song „Cop Killer“ für Aufmerksamkeit, denn zu dieser Zeit kam es infolge der skandalösen Gewaltanwendung durch die Polizei gegenüber Rodney King zu Krawallen in L.A. Unter dem Druck der Öffentlichkeit entschärfte die Plattenfirma das Album durch zwei weniger Kontroversen auslösende Songs und entließ Ice-T aus dem Vertrag, der daraufhin seine eigene Plattenfirma gründete.

Ice-T arbeitet immer wieder mit anderen Rappern und auch mit Nicht-HipHop-Künstlern zusammen. Er gilt als einer der wichtigsten Rapper überhaupt und ist sowohl einer der bedeutendsten Pioniere des Gangsta Rap als auch ein Künstler, der sich immer wieder mit sozialkritischen und politischen Texten zu Wort meldet. 

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Egyptian Lover, der 1963 geboren ist und bürgerlich Greg Broussard heißt, ist Produzent, DJ und gilt als einer der wichtigsten Rapper des Electro Hop. Seine Musikkarriere begann 1983 mit dem Untergrund-Clubhit „Egypt, Egypt“, weitere Erfolge brachten die Singles „And My Beats Goes Boom“ und „What Is A DJ If He Can`t Scratch“.

Seine Alben hingegen waren weniger erfolgreich, einzig nennenswerte Verkaufszahlen verbuchte das Album „On the Nile“ aus dem Jahre 1984. 

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King Tee, der 1969 als Roger McBride zur Welt kam und sich später King T nannte, gehört zu den wichtigsten Pionieren des West Coast Rap. Sein erstes Album erschient in den 1980er-Jahren, zusammen mit Tha Alkaholiks gründete er die Likwit Crew.

Später schlossen sich dieser Gruppe noch weitere West Coast Rapper wie beispielsweise Deafri, Lootpack, Phil the Agony oder Xzibit an. King Tees erste drei Alben verzeichneten zwar Erfolge, aber weil er nicht mit dem kommerziellen Erfolg anderer HipHop-Künstler der West Coast mithalten konnte, wurde sein Plattenvertrag aufgelöst.

Auch ein neuer Plattenvertrag mit seinem alten Label und die Zusammenarbeit mit Dr. Dre führten später nicht mehr zu nennenswerten Erfolgen.

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The World Class Wreckin‘ Cru spielte eine wichtige Rolle in der kalifornischen HipHop-Szene und nahm durch die Erfolge als Electro Hop-Band großen Einfluss auf die Entwicklung des West Coast HipHop.

Bandmitglieder waren Yella, Dr. Dre und Cli-N-Tel und ihre Musik zeichnete sich durch die Verbindung von Rap mit elektronischer Musik aus. Aus dieser Bekanntschaft heraus entwickelte sich später dann die Band N.W.A.

 

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