Infos und Tipps zum Sampling

Infos und Tipps zum Sampling 

Das Sampling ist eine sehr beliebte Methode, um bereits existierende Songs in Ausschnitten wieder aufleben zu lassen und damit gleichzeitig ein Ausdruck des Respekts gegenüber anderen Musikern.

Angewandt wird das Sampling in erster Linie dort, wo die Instrumente nicht oder nicht vollständig live eingespielt werden.

Insofern ist das Sampling häufig in den verschiedenen Bereichen der elektronischen Musik zu finden. Der Hauptanwendungsbereich ist aber noch immer der HipHop und hier hat sich das Sampling von einer Technik, die anfangs letztlich Mittel zum Zweck war, zu einem grundlegenden und unverzichtbaren Element entwickelt.

Hier die wichtigsten Infos und Tipps zum Sampling auf einen Blick:  

Was ist Sampling überhaupt?

Sampling bezeichnet das Einbetten von Passagen oder kurzen Ausschnitten eines bereits bestehenden Songs in einen neuen Song. Die Anfänge dieser Technik gehen bis in die 1970er-Jahre zurück. Seinerzeit arbeiteten die DJs mit Loops, spielten also immer wieder bestimmte Stellen eines Songs. Durch diese Schleifen entstanden die gewünschten Beats, die wiederum die Grundlage für die Texte der Rapper bildeten.

Den großen Durchbruch erlebte das Sampling dann Anfang der 1980er-Jahre, als Pioniere des HipHop wie Grandmaster Flash oder die Sugarhill Gang die Technik für sich entdeckten und populär machten. Im Unterschied zum Cover beschränkt sich das Sampling aber tatsächlich nur auf bestimmte Passagen.

Während Covern bedeutet, dass ein bestehender Song im Ganzen neu interpretiert wird, werden beim Sampeln nur kurze Ausschnitte verwendet. Diese Ausschnitte werden dann in einen neuen Song eingebaut und somit in einem neuen Kontext und unabhängig vom Originalsong benutzt.  

Wie funktioniert Sampling?

Während früher mit analogen Ausschnitten gearbeitet wurde, werden die jeweiligen Ausschnitte heute in aller Regel digitalisiert. Dadurch verbessert sich nicht nur die Tonqualität, sondern es wird auch möglich, den Ausschnitt in seine einzelnen Bestandteile zu zerlegen, zu erweitern oder auch zu verfremden. Beim Sampling werden üblicherweise markante Geräusche, Rhythmen oder kurze Textteile verwendet.

Diese werden aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgenommen und zu Passagen weiterverarbeitet, die häufig den gesamten neuen Track begleiten und so sein Grundgerüst bilden. Vor allem wenn die Samples aus Songs stammen, die weniger bekannt sind, und die Samples mit anderen Instrumenten eingespielt werden als im Original, sind sie für den Zuhörer mitunter kaum zu erkennen.

Profis gehen dabei oft noch einen Schritt weiter und verbinden mehrere Songausschnitte miteinander, indem sie beispielsweise Basslines und Drumbreaks miteinander kombinieren.

Neu abgemischt entsteht so ein komplett neues Grundgerüst. Ein Beispiel für diese Vorgehensweise ist das Album „Paul‘s Boutique“ von den Beastie Boys, das heute zu den absoluten Klassikern im HipHop gehört.   

Was ist mit dem Urheberrecht beim Sampling?

Natürlich dürfen Künstler nicht einfach so Ausschnitte verarbeiten, ohne sich die entsprechenden Genehmigungen dafür zu besorgen und auf die Originalvorlage hinzuweisen. Dazu gibt es sogar ein Gerichtsurteil vom United States District Court for the Southern District of New York aus dem Jahre 1991.

Damals ging es um ein Album von Biz Markie, das Sampels enthielt, ohne dass dafür die entsprechenden Genehmigungen vorhanden waren. Im Zuge des Verfahrens wurde die Warner Music Group verurteilt und seitdem sind alle Künstler dazu verpflichtet, auf das Original hinzuweisen. In den meisten Fällen wird diese Pflichtangabe durch entsprechende Hinweise in den Booklets der Alben umgesetzt.

Sich die Rechte und damit die erforderlichen Genehmigungen zu besorgen, kann mitunter aber eine sehr teure Angelegenheit werden. Aus diesem Grund wird mittlerweile häufig mit dem sogenannten Sample Clearing Verfahren gearbeitet, bei dem Live-Musiker das Sample neu einspielen. Der Ausschnitt an sich bleibt dabei nach wie vor erkennbar, durch das Neueinspielen handelt es sich aber nicht mehr um das eigentliche Original.

Auch hierfür muss zwar die Genehmigung des Songschreibers eingeholt werden, die Zustimmungen des Originalinterpreten und der Plattenfirma, die das Original veröffentlicht hat, sind aber nicht erforderlich. Wenn es um Textausschnitte geht, arbeiten Künstler außerdem oft mit ihren eigenen Stücken.

Das bedeutet, sie verwenden Ausschnitte aus älteren Songs und bauen sie an passender Stelle in den neuen Track ein.  

Warum überhaupt Samples?

Dass Ausschnitte aus bestehenden Songs in neue Songs eingebettet werden, hat im Wesentlichen zwei Gründe. Entweder der Musiker möchte einem anderen Musiker Respekt zollen, indem er Ausschnitte aus seinem Werk verwendet, oder aber der jeweilige Ausschnitt hat den Künstler inspiriert, gefällt ihm gut und passt schlichtweg perfekt zum eigenen Song.

Wer nun als Musikfan selbst versuchen möchte, Samples aus Musikstücken herauszuhören und zu ermitteln, welches Original dahintersteckt, wird in den HipHop-Alben der 1980er- bis Mitte 1990er-Jahre schnell fündig.

Hier wurden unzählige Samples verarbeitet, die in erster Linie aus den Bereichen Jazz, Funk und Soul der 1960er- und 1970er-Jahre stammen.

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