Wer sind Banksy und P-183?

Wer sind Banksy und P-183?  

Graffiti in all ihren Facetten mögen nach wie vor auf geteilte Meinungen stoßen. Einige sehen darin Kunstwerke, andere schätzen sie, weil sie Botschaften vermitteln oder zum Nachdenken anregen und wieder andere halten sie für überflüssige, hässliche Schmierereien.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb gibt es Sprayer und Writer, die sich als Künstler einen Namen gemacht haben. 

Zwei von ihnen sind Banksy und P-183. Aber wer sind Banksy und P-183 eigentlich?: 

Wer ist Banksy?

Banksy ist ein britischer Street Art-Künstler, der vor allem durch seine Schablonengraffiti bekannt geworden ist. Der Künstler arbeitet dabei häufig mit den Mitteln der Kommunikationsguerilla, um durch das Verfremden, Verändern und Umgestalten von bekannten Motiven und Bildern andere, neue Perspektiven auf wirtschaftliche und politische Themen zu eröffnen. Bekanntheit gelangte Banksy aber auch dadurch, dass er seine Werke ungefragt in Museen aufhängte.

So waren seine Arbeiten auf diese Weise unter anderem im Londoner Tate Modern und im British Museum, im New Yorker Museum of Modern Art und sogar im Pariser Louvre zu sehen. Seit 2000 gab es mehrere sehr erfolgreiche Ausstellungen, in denen die Werke des Künstlers gezeigt wurden, auch wenn Banksy selbst Galerien und den Kunstbetrieb als solches ablehnt. Das einzige bislang in Deutschland aufgetauchte Werk entstand 2003.

Die Arbeit heißt “Every Picture Tells a Lie”, zeigt bewaffnete Engel und wurde 2011 unter mehreren Farbschichten im Künstlerhaus Bethanien in Berlin gefunden. 2006 fertigte Banksy zusammen mit DJ Danger Mouse 500 Fälschungen von Paris Hiltons Debütalbum an. Während der Musiker die Songs mit Eigenkompositionen veränderte, gestaltete Banksy das Cover so um, dass es unter anderem Paris Hiltons Körper mit einem Hundekopf zeigt. Im gleichen Jahr platzierte er die Skulptur eines Häftlings aus Guantanamo im kalifornischen Disneyland Resort.

2011 unterstützte Banksy die Occupy-Bewegung, indem er eine Skulptur in London installierte, die an ein bekanntes Brettspiel erinnert. Neben seinen Schablonengraffiti, anderen Werken, Auftragsarbeiten für wohltätige Zwecke sowie Gestaltungen von CD-Covern veröffentlichte der Künstler vier Bücher im Eigenverlag. Diese zeigen einige seiner Gemälde und Arbeiten in verschiedenen Ländern, jeweils versehen mit Kommentaren des Künstlers.   

Während die Werke weltbekannt sind, weiß kaum jemand, wer sich hinter Banksy verbirgt. Der Künstler agiert als anonymer Künstler und ist sehr darum bemüht, sowohl seinen wahren Namen als auch seine Identität geheim zu halten. Vermutet wird, dass Banksy in Wirklichkeit Rob, Robin oder Robert Banks heißt und um 1974 in Bristol geboren ist. Für diese Vermutungen spricht, dass seine Schablonengraffiti zunächst in Bristol bekannt wurden, die Bücher des Künstlers unter dem Namen Robin Banksy erschienen sind und es 2000 ein Interview gab, in dem er mit Robin Banks angesprochen wurde.

Die Boulevardzeitung Daily Mail wiederum berichtete, hinter Banksy verberge sich ein Robin Gunningham, der Ende Juli 1973 in Bristol geboren sei, aus einer Familie der Mittelschicht stamme und eine Privatschule besucht habe. Gunningham existiert tatsächlich und hatte Kontakt mit Personen, die Banksy kennen, ist aber seit 2000 untergetaucht.

Die Enthüllungen der Zeitung wurden von Banksy weder bestätigt noch dementiert. Bestätigt hingehen hat Banksy eine in mehreren Interviews und im Buch des Grafikdesigners und Autors Tristan Manco erwähnte Fleischerausbildung. Während Manco den Beginn der Sprayerkarriere des Künstlers aber auf die späten 1980er-Jahre datiert, spricht der Autor Steve Wright von dem Zeitraum zwischen 1992 und 1994.

Hier ein Video zu Bansky:

  

Wer ist P-183?

P-183 ist ein Street Art-Künstler, der durch Guerillaaktionen bekannt geworden ist und als die russische Antwort auf Banksy gehandelt wird. Der 28 Jahre alte Pawel lebt in Moskau. Seit die Londoner Tageszeitung The Guardian seine Arbeiten mit den Arbeiten von Banksy vergleichen hat, ist der unter dem Pseudonym P-183 agierende Künstler in Russland und ganz Europa gefragt. Der Vergleich war eigentlich als Kompliment gemeint, aber P-183 kann nichts damit anfangen.

In der Tat gibt es jedoch Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Künstlern, so zum Beispiel das Spiel mit der Anonymität. Doch während über Banksy so gut wie nichts bekannt ist, spricht P-183 ganz offen über seine Kunst. Dass Pawel bei seinen nächtlichen Streifzügen stets eine schwarze Sturmhaube trägt, sich nicht mit sichtbarem Gesicht fotografieren lässt, seine Arbeiten oft nicht signiert und Auftritte im russischen Staatsfernsehen ablehnt, die ihn und seine Kunst auf einen Schlag noch berühmter machen würden als ohnehin schon, hat einen anderen Grund. So möchte der Künstler, dass seine Kunst und die Botschaften dahinter im Vordergrund stehen und eben nicht er selbst.

Das russische Staatsfernsehen bezeichnet er selbst außerdem verachtungsvoll als Propaganda-Maschine des Kreml. Mit seiner Kunst begonnen hat P-183 im Alter von 14 Jahren. Auslöser war eine Wand in einem Moskauer Hinterhof, die Fans mit Bildern zu Ehren des russischen Rockstars Wiktor Zoi bemalt hatten. Zoi war Ende der 1980er-Jahre ein gefeierter Star in Russland, sein Tod bei einem Autounfall 1990 hatte eine landesweite Selbstmordserie unter den Fans ausgelöst.

Bekannt geworden ist Pawel durch verschiedene Aktionen, etwa als er den Stacheldraht des berühmt-berüchtigten Moskauer Untersuchungsgefängnisses mit dem klangvollen Namen Matrosenruhe mit roten Christbaumkugeln dekorierte. Sein bekanntestes Werk ist aber der “Brücken-Brandstifter”. Das schwarz-weiße Bild am Pfeiler einer Moskauer Brücke zeigt einen vermummten Mann, der mit seiner rechten Hand eine Fackel unter die Brücke hält.

Um die Fackel tatsächlich zumindest ein einziges Mal zu entfachen, schleuderte der Künstler einen Molotow-Cocktail gegen sein Werk, so dass es schien, die Fackel würde wirklich brennen. Als Erklärung gab P-183 an, er widme das Werk allen denjenigen, die Brücken, über die sie gehen könnten, anzünden und damit bewusst Bedeutendes bewahren, während sie auf Großes verzichten.

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