Was sind eigentlich HipHop-Künstler?

Was sind eigentlich HipHop-Künstler? 

Ähnlich wie der Pop, der Rock und andere Musikrichtungen hat auch der HipHop einige Stars hervorgebracht, die weltweit bekannt und auch in kommerzieller Hinsicht sehr erfolgreich sind. Nun ist es aber strenggenommen überhaupt nicht richtig, den HipHop lediglich als eine Musikrichtung zu bezeichnen, denn HipHop ist weitaus mehr als das. 

So beschreibt der HipHop eine Einstellung und Haltung, ist also so etwas wie ein bestimmtes Lebensgefühl. Hinzu kommt, dass sich die HipHop-Kultur mit dem Rap, dem DJing, dem Breakdance und dem Graffiti-Writing auf vier Säulen stützt, bisweilen ergänzt durch das Beatboxing als fünfte Disziplin.

Was also sind eigentlich HipHop-Künstler?:

Der HipHop kennt eine Vielzahl berühmter Vertreter.

Wird das Augenmerk rein auf die HipHop-Musik gelegt, so gibt es eine Vielzahl namhafter Vertreter. Oftmals handelt es sich dabei um Rapper und während einige von ihnen schon seit Jahrzehnten erfolgreich in der Szene mitmischen, haben andere erst in jüngerer Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Zu den vermutlich bekanntesten Rappern aller Zeiten gehört Tupac Amaru Shakur alias 2Pac. Der 1971 in Brooklyn geborene Rapper gab 1991 mit dem Album “2Pacalypse Now” sein Debüt, 1996 folgte mit “All Eyez On Me” das erste Studio-Doppelalbum in der Geschichte des HipHop.

Im September desselben Jahres wurde 2Pac angeschossen und erlag nur wenige Tage später seinen Schussverletzungen. Doch auch Archivaufnahmen, die nach seinem Tod veröffentlicht wurden, verkauften sich sehr erfolgreich und zahlreiche andere Musiker, darunter Eminem, Nas und Talib Kweli, zollen 2Pac bis heute Respekt.

Eminem wiederum gilt als der weltweit erfolgreichste weiße Rapper und ist laut Billboard-Magazin gleichzeitig der erfolgreichste Künstler der 2000er-Jahre. 1972 als Marshall Bruce Mathers III geboren, gehören aggressive und teils schwulenfeindliche Texte zu den Markenzeichen des Künstlers, der auch als Slim Shady bekannt und sowohl Oscar- als auch Grammy-Preisträger ist. Curtis James Jackson III alias 50 Cent erblickte 1975 in Queens das Licht der Welt.

2003 veröffentlichte der Rapper mit “Get Rich or Die Tryin’” sein erstes Studioalbum, das sich in den USA 6,5 Millionen Mal verkaufte und damit das erfolgreichste Album des Jahres war. Im Abstand von jeweils zwei Jahren folgten insgesamt drei weitere Alben. In Deutschland gehört Bushido zu den großen Stars der HipHop-Szene. Der Rapper mit deutsch-tunesischen Wurzeln lebt in Berlin und ist auch als Sonny Black bekannt. Bushido fand über Graffiti, hier verwendete er das Pseudonym Fuchs, den Weg zum HipHop und zum Rap.

Bushidos Texte sind hart und enthalten nicht selten Passagen, die als frauenfeindlich, schwulenverachtend, gewaltverherrlichend und rassistisch verstanden werden könnten. Gleichzeitig wurde der Rapper neben zahlreichen anderen Preisen 2011 als Vorbild für Integration mit dem Bambi ausgezeichnet.

Ein anderer großer deutscher Rapper ist der 1980 in Berlin geborene Sido. Der Rapper ist seit 1997 im Musikgeschäft tätig, sein erstes Soloalbum erschien aber erst 2004. Der Titel „Maske“ dieses Album bezieht sich auf die verchromte Maske in Form eines Totenkopfes, die der Rapper früher während seinen Auftritten trug.

Im Unterschied zu vielen anderen Musikern der Szene überrascht Sido immer wieder mit ernsthaften und sozialkritischen Texten.  

Es gibt keine HipHop-Künstler im eigentlichen Sinne.

Die genannten Vertreter sind nur einige wenige Beispiele und die Liste mit bedeutenden und erfolgreichen HipHop-Musikern ließe sich noch lange fortsetzen. Als HipHop-Künstler würde sich aber vermutlich keiner von ihnen bezeichnen. Ein solcher Titel passt schlichtweg nicht zum harten Image.

Zudem kennzeichnet sich HipHop-Musik weniger durch nett eingesungene Melodien, sondern vielmehr durch Sprechgesang mit Aussagen und Botschaften. Ein echter HipHop-Musiker wird sich deshalb wahrscheinlich auch eher Rapper oder MC nennen. Das Kürzel MC steht für Master oder Mistress of Ceremonies und weist einerseits daraufhin, wo die Wurzeln des HipHop liegen, nämlich in den US-amerikanischen Ghettos.

Andererseits zeugt der Titel von einem ausgeprägten Selbstbewusststein und im HipHop hat Bescheidenheit nun mal wenig Platz. Wer etwas erreicht hat, kann dies durchaus zeigen, sei es durch Statussymbole wie Autos, Häuser und Schmuck oder eben durch die Bezeichnung Zeremonienmeister. Dazu kommt dann aber auch noch das Klischee, das bedient werden will. Bei jeder Musikrichtung hat das Publikum eine gewisse Erwartungshaltung. Während Popmusiker massentauglich und ohne große Ecken und Kanten daherkommen sollen, dürfen Rockmusiker gerne auch ein wenig über die Stränge schlagen. Techno-Musiker gelten als laut und ein wenig verrückt, während Volksmusiker die familienfreundliche, heile Welt verkörpern sollen.

HipHop-Musiker wiederum dürfen Härte demonstrieren und eine schwere Kindheit, eine Drogenkarriere oder eine kriminelle Vergangenheit können die Biografie erst richtig interessant machen. Sich dann HipHop-Künstler zu nennen, würde irgendwie nicht wirklich zu der Botschaft, es alleine geschafft zu haben, passen. Andererseits gibt es auch ganz andere Stars.

Paradebeispiel hierfür sind die Fantastischen Vier, die den deutschen HipHop maßgeblich geprägt haben. Sie mussten weder ihre Biografie in den Texten aufarbeiten noch haben sie jemals verheimlicht, ihre Wurzeln in der gutbürgerlichen, intakten Mittelschicht zu haben.

Trotzdem konnten auch sie große Erfolge feiern. Gleiches gilt für Musiker, die in ihrer Muttersprache rappen und selbst in einer vermeintlich sanften, weich und melodisch klingenden Sprache wie beispielsweise dem Französischen schwierige Themen und deutliche Botschaften transportieren können. Den HipHop-Künstler, der sich pauschal und allgemeingültig beschreiben ließe, gibt es also nicht.

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